Treu, tanzend, laut - Darum sind Kraniche unter den Zugvögeln so besonders
Sie trompeten am Himmel, tanzen am Boden und können ihrem Partner ein Leben lang verbunden bleiben: Kraniche fallen nicht nur während ihres Herbstzugs auf. Ihr Verhalten zeigt, was diese großen Vögel so besonders macht. Fass mir den Artikel zusammen
PETBOOK hat Martin Rümmler, Referent für Vogelschutz beim NABU , gefragt, was hinter dem Verhalten der Kraniche steckt. Besonders eindrucksvoll ist der Kranichtanz: Er umfasst Sprünge, Verbeugungen, Flügelschlagen, Rennen und das Hochwerfen von Pflanzenteilen. Unverpaarte Vögel suchen so einen Partner, bestehende Paare stärken ihre Bindung. „Kranichpaare bleiben oft viele Jahre zusammen und können lebenslange Partnerschaften bilden“, sagt Rümmler.
Auch bei der Aufzucht arbeitet das Paar zusammen. Meist liegen zwei Eier im Nest, beide Eltern bebrüten sie etwa 30 Tage lang abwechselnd. Die Küken sind Nestflüchter und verlassen kurz nach dem Schlupf das Nest. Beide Eltern führen und beschützen sie. Nach etwa neun bis zehn Wochen sind die Jungvögel flugfähig. Wie selten sind lebenslange Vogel-Partnerschaften?
Wer Kraniche zieht, hört sie oft schon, bevor er sie sieht. Die trompetenden Rufe dienen der Kommunikation in der Familie oder im größeren Trupp. Die Vögel halten Kontakt, koordinieren Richtungsänderungen und warnen vor Gefahren. „Besonders bei großen Formationen oder schlechter Sicht helfen die Rufe, den Kontakt nicht zu verlieren“, erklärt Rümmler.
Auch die typische V-Formation hat einen konkreten Nutzen. Jeder Vogel nutzt die aufsteigende Luftströmung, die die Flügel des vorausfliegenden Tieres erzeugen. Dadurch sinkt der Energieverbrauch. Die Führungsspitze wird regelmäßig gewechselt. Unter guten Bedingungen können Kraniche etwa 500 bis mehr als 1000 Kilometer am Stück zurücklegen.
Ein klassisches Flugtraining gibt es nicht. Stattdessen fressen sich Kraniche im Spätsommer und Herbst auf Feldern und Wiesen Energiereserven an. Jungvögel fliegen mit ihren Eltern und lernen dabei die Route sowie wichtige Rastplätze kennen. Was sollte ich als Nächstes lesen?
Die in Deutschland brütenden Tiere nutzen den westeuropäischen Zugweg über Frankreich nach Spanien, vor allem in die Extremadura, und teilweise auch nach Portugal. Einige überwintern inzwischen sogar in Frankreich oder Deutschland. Der Herbstzug dauert meist von Mitte September bis November. So verbindet sich bei Kranichen ein ausgeprägtes Familienleben mit beeindruckenden Leistungen auf großer Reise.
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