XXL-Umbruch nach Fast-Absturz - Wie eng wird es für Fürth diesmal?
Fürth - So eine Saison soll sich bei Greuther Fürth auf keinen Fall wiederholen! Erst in der Relegation gegen Rot-Weiss Essen (0:1/2:0) schaffte das Kleeblatt den Klassenerhalt. So nah an der Drittklassigkeit war Fürth seit der Zweitliga-Rückkehr 1997 nie.
Auf den Fast-Absturz folgte der XXL-Umbruch in diesem Sommer. Um die 20 Spieler verließen die Franken, darunter langjährige Stützen wie Branimir Hrgota (33/nach St. Pauli), der das entscheidende zweite Tor zur Rettung geschossen hatte, Julian Green (31/ohne Verein) und Zweitliga-Torschützenkönig Noel Futkeu (23/jetzt Elversberg). Bei den Zugängen setzte das Kleeblatt auf einen Mix aus jungen Talenten und viel Zweitliga-Erfahrung.
Architekt der neuen Mannschaft ist Daniel Meyer (46). Der Ex-Halle-Manager löste Stephan Fürstner (38/jetzt Nachwuchs-Chef) Ende Mai als Sport-Boss ab, sagt: „Uns war klar, dass wir erst mal eine stabile Achse bauen wollen. Wir haben auch ein paar gute Spieler da, die letztes Jahr vielleicht nicht so performt haben und sich daran anlehnen können.“ Vorgesehen als Führungsspieler sind vor allem Abwehrchef Jannis Heuer (27), Sechser Paul Will (27) und der neue Kapitän Felix Klaus (33).
Auch die größte Baustelle im Kader konnte der Verein schließen. Vergangene Saison hatte die SpVgg viele Probleme und Wechsel im Tor (Schlieck, Boevink, Prüfrock). Mit Florian Hellstern (18/vom VfB Stuttgart ausgeliehen) kam jetzt eines der größten deutschen Talente nach Fürth. Trainer Heiko Vogel (50/seit Dezember 2025 im Amt): „Der Junge ist wirklich begnadet. Er bringt alles mit, um ein herausragender Torhüter zu werden.“
Klar ist aber auch: Nach dem Mega-Umbau wird es Zeit brauchen, bis sich die neue Mannschaft gefunden hat. Zwar holte das Kleeblatt zum Saisonstart bei Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli ein überraschendes 1:1. Im Derby gegen den 1. FC Nürnberg (2:4) zeigte Fürth jedoch große Defensivprobleme.
Vogel: „Es ist einfach so, dass wir einen großen Umbruch haben, und dann ist es am Anfang fragiler, als es vielleicht während der Saison ist. Ich moniere Dinge, weiß aber auch, dass wir das schon in den nächsten Wochen besser machen werden.“ Das muss auch so sein, wenn die Franken eine weitere Zitter-Saison vermeiden möchten. Denn: In der vergangenen Spielzeit sorgte vor allem die schwache Fürther Abwehr (68 Gegentore – Liga-Höchstwert) für die Abstiegsangst.
Dieser Artikel ist Teil der am 28. August erschienenen Bundesliga-Beilage von BILD Süd.
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