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Extremsportler - Savaş Çoban lief 80 Ultramarathons hintereinander

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Extremsportler - Savaş Çoban lief 80 Ultramarathons hintereinander

80 Tage lang jeden Tag ein Ultramarathon: Für Extremsportler Savaş Çoban (33) ist das keine Ausnahme, sondern Teil seines Lebens. Im vergangenen Jahr lief der Deutsch-Türke von Istanbul aus einmal rund um die Türkei und zurück nach Istanbul. Dahinter steckte für ihn weit mehr als eine sportliche Herausforderung.

Çoban begann nicht als Ultraläufer. Während der Corona-Zeit fuhr er 2020 spontan mit einem gebrauchten Fahrrad nach Sevilla. Auf der Reise entdeckte er seine Leidenschaft für Abenteuer. Wenig später lief er rund 100 Kilometer von Hamburg nach Bremen. Daraus entstanden immer größere Projekte: 2021 lief er ohne Begleitung von München nach Istanbul, später durchquerte er Peru in 87 Tagen. 2025 umrundete er dann die Türkei in 80 Tagen.

Seine Erlebnisse hat Çoban in seinem Buch „Homerun“ festgehalten, das vor wenigen Monaten erschien. Die Idee für das Projekt entstand nach dem verheerenden Erdbeben 2023 in der Türkei und Syrien. Während einer Reise durch Peru erreichte ihn ein Anruf seiner Familie. Erst zurück in Deutschland wurde ihm bewusst, wie stark seine Angehörigen von der Katastrophe betroffen waren.

Gleichzeitig stellte Çoban fest, wie sehr er den Kontakt zu seinen eigenen Wurzeln verloren hatte. Rund zwölf Jahre war er nicht mehr in der Türkei gewesen. Daraus entstand der Entschluss, das Land auf seine ganz eigene Weise neu kennenzulernen: zu Fuß. „Die sportliche Leistung stand dabei nicht im Vordergrund. Es ging um meine Herkunft und um die Frage nach der eigenen Identität“, sagt Çoban im Interview. 80 Tage lang lief er täglich eine Ultramarathon-Distanz und umrundete die Türkei gegen den Uhrzeigersinn.

Entscheidend sei dabei nicht allein die Willenskraft. „Entscheidend ist, ein klares Warum zu haben und der Sache eine Bedeutung zu geben“, sagt Çoban. In schwierigen Momenten helfen ihm die Bedeutung und Visualisierung seines Ziels sowie die Erfahrung aus früheren Projekten.

Auch mit Schmerzen habe er umgehen gelernt. Gerade zu Beginn seines Türkei-Laufs kämpfte er mit starken Beschwerden. Weil er ähnliche Belastungsreaktionen bereits kannte, konnte er sie einordnen. Deshalb läuft er seine langen Abenteuer bewusst langsam. Für Çoban liegt genau darin der Unterschied zu einer Reise mit dem Auto oder der Bahn. Zu Fuß sei man langsamer unterwegs, begegne mehr Menschen und erlebe ein Land intensiver. Tempo spiele dort eine untergeordnete Rolle. Stattdessen gehe es darum, Kräfte einzuteilen, sich zu erholen und Verletzungen vorzubeugen.

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