Suche nach Spezialistinnen: „Ich mag das Raue“ - Wie diese Frauen Moore retten sollen
Einst trockengelegte Moore werden renaturiert, damit sie wieder CO2 speichern.
Für die Betreuung der Maßnahmen werden viele Moorspezialisten benötigt.
In Niedersachsen werden die Ersten ausgebildet.
Franziska Braun steht mit Gummistiefeln am Rand des Huvenhoopsmoor.
Der Boden ist weich und nass.
Hier im Hochmoor im Landkreis Rotenburg (Wümme) wachsen neben Torfmoosen Gagelsträucher, Heide, Sonnentau, Wollgras und Schnabelried.
Weiter entfernt stehen junge Bäume - die dort eigentlich nicht sein sollten. „Intakte Hochmoore bleiben baumfrei, solange wir den Zustand nicht haben, müssen wir sie immer wieder rausnehmen“, sagt Braun. „Die Gehölze entziehen dem Moor zu viel Wasser.“ Damit Pflegemaßnahmen wie diese organisiert und betreut werden, sind Moorfachleute notwendig.
Franziska Braun und ihre Kollegin Carla Rutsch sind auf dem besten Wege dorthin, welche zu werden.
Im Sommer haben sie nach ihrem Studium eine dreijährige Qualifizierung zur Moorspezialistin beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) begonnen.
Niedersachsen beteiligt sich damit an der Fachkräfte-Offensive, die Mecklenburg-Vorpommern aufgebaut hat und die zu 90 Prozent aus Bundesmitteln finanziert wird.
Niedersachsen startet Qualifizierung Das Interesse Niedersachsens an der Qualifizierung von Spezialisten kommt nicht von ungefähr: Es ist das moorreichste Bundesland, wo sich mit 600.000 Hektar ein Drittel aller deutschen Moore befindet.
Ein Großteil ist allerdings entwässert, viele Flächen wurden industriell abgetorft und werden heute vor allem von der Landwirtschaft genutzt.
Doch intakte Moore nehmen gegen den Klimawandel eine wichtige Rolle ein: Sie bilden Torf, dadurch können sie das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) speichern.
Umgekehrt entweichen aus trockengelegten Feuchtgebieten große Mengen CO2.
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