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Kultur

Kommentar: Sanktionen gegen Russland: Friedrich Merz gewährt Rabatt

Stern ·
Kommentar: Sanktionen gegen Russland: Friedrich Merz gewährt Rabatt

„Sie werden bezahlen", sagte der Kanzler.

Die Strafen gegen Russland nach dem Anschlagsversuch von Leipzig bleiben hinter der markigen Sprache zurück.

Vernünftig sind sie trotzdem.

Der Vorlauf hatte mehr vermuten lassen.

Einen Monat nahm sich die Bundesregierung Zeit, um ausreichend sicher zu sein, dass Russland hinter dem versuchten Anschlag auf den Flughafen Leipzig steckt.

Sorgfalt als Voraussetzung für harte Konsequenzen.

Und nun das? Der Kanzler hatte doch markige Worte gewählt, als er jüngst in Neuhardenberg ankündigte: „Die Bundesregierung erlegt Urhebern hybrider Angriffe einen Preis auf – sie werden dafür bezahlen.“ Das, was Deutschland nun tatsächlich verlangt, begleicht Russland mehr oder weniger aus der Portokasse.

Sanktionen gegen Russland: Schlechtes Erwartungsmanagement ist eingepreist Es werden das Konsulat in Bonn geschlossen und das Russische Haus in Berlin abgewickelt.

Einreisekontrollen für russische Staatsbürger sollen verschärft, der Druck auf die Schattenflotte erhöht, mögliche Verantwortliche für den Anschlagsversuch auf Sanktionslisten gesetzt werden.

Ja, der eine oder andere russische Spion wird ein komfortables Leben aufgeben müssen.

Trotzdem ist nicht anzunehmen, dass Wladimir Putin , der angeblich gerne deutsches Fernsehen schaut, der Angstschweiß auf der Stirn stand, sollte er die Pressekonferenz von Alexander Dobrindt und Johann Wadephul verfolgt haben.

Muss man der Bundesregierung deshalb nun vorwerfen, dass sie gekniffen hat? Feigheit vor dem Feind? Eher nicht.

Die Reaktion aus Berlin ist vernünftig.

Auch, weil sehr viel mehr gar nicht möglich gewesen wäre.

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