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Mehr als 3.000 Tote - WHO-Chef fordert mehr Einsatz gegen Ebola

Tagesschau (ARD) ·
Mehr als 3.000 Tote - WHO-Chef fordert mehr Einsatz gegen Ebola

Mehr als 3.000 Tote in der DR Kongo WHO-Chef fordert mehr Einsatz gegen Ebola Stand: 02.09.2026 • 22:09 Uhr

WHO-Chef Tedros hat die internationale Gemeinschaft zu mehr Anstrengung bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie aufgefordert. Das Maßnahmenpaket der kongolesischen Regierung müsse schneller finanziert werden.

Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie fordert der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr Einsatz der internationalen Gemeinschaft. Der 1,3 Milliarden Dollar schwere Maßnahmenplan der kongolesischen Regierung müsse schneller finanziert werden, sagte Tedros Adhanom Ghebreysus in Genf. Die WHO habe bereits mehr als 330 Tonnen Hilfsgüter geliefert und mehr als 300 Experten in die betroffenen Regionen geschickt, so Tedros.

Dennoch seien weitere Mittel dringend erforderlich, etwa um die Zahl der Betten in den Behandlungszentren aufzustocken. Allein der Betrieb eines Zentrums mit 1.500 Betten koste monatlich 15 Millionen Dollar. "Wir haben unsere Maßnahmen schon ausgeweitet, aber wir müssen sie noch verstärken", sagte Tedros.

Um den Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo einzudämmen, müsste vor allem die Nachverfolgung der Infektionsketten gewährleistet werden, sagte er. Viele der Todesopfer hätten nicht auf den Listen der bekannten Kontaktpersonen gestanden. Das bedeute, dass es unentdeckte Übertragungsketten gebe.

Der Infektiologe Leif Erik Sander erklärt, wie der Impfstoff im Kampf gegen die Epidemie helfen kann. mehr

Ein weiteres Problem sei, dass viele Verstorbene weiter auf unsichere Weise bestattet würden, was die Ausbreitung des Virus begünstige. "Bis jede Infektionskette gefunden und unterbrochen ist, wird die Epidemie andauern und weiterhin eine Bedrohung für die Demokratische Republik Kongo, ihre Nachbarn und die gesamte Region darstellen", sagte Tedros.

Der Ebola-Ausbruch war Mitte Mai offiziell festgestellt worden. Seitdem starben nach Regierungsangaben bereits mehr als 3.000 Menschen. Das Virus hat sich inzwischen auf sechs Provinzen im Osten und Nordosten des zentralafrikanischen Landes ausgebreitet. Viele der betroffenen Gebiete sind von bewaffneten Konflikten geprägt, die staatliche Präsenz und die medizinische Versorgung sind dort stark eingeschränkt.

Verursacht wird die Epidemie von der Virusvariante Bundibugyo. Dagegen gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine zugelassene Behandlung. Allerdings hat die WHO in den betroffenen Regionen mit der Verabreichung eines anderen Ebola-Impfstoffs begonnen . Dieser ist zwar nicht auf die aktuelle Virusvariante zugeschnitten, dürfte aber nach Einschätzung von Experten Krankheitsverläufe abmildern und die Sterblichkeit senken. Die liegt ohne Impfschutz bei fast 50 Prozent, bei Kindern unter vier Jahren sogar bei 60 Prozent.

Die WHO plant, im Oktober oder November mit klinischen Wirksamkeitsstudien für potenzielle Impfstoffe zu beginnen.

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