Millionen im Voraus bezahlt: Estlands Verteidigungsminister tritt nach Munitionsskandal zurück
Für Artilleriegranaten überweist Estland 70 Millionen Euro an eine indische Firma, doch die Lieferung bleibt aus. Der Fall liegt mittlerweile vor Gericht. Nun zieht Verteidigungsminister Hanno Pevkur die Konsequenzen und nimmt seinen Hut.
Estlands Verteidigungsminister Hanno Pevkur hat nach einem Skandal um die Beschaffung von Munition für die Ukraine seinen Rücktritt angekündigt. In einem Interview im estnischen Fernsehen erklärte der seit 2022 amtierende Minister, dass er die politische Verantwortung für die Versäumnisse im Finanzmanagement des Verteidigungssektors des baltischen EU- und Nato-Landes übernehme und seinen Posten räume. "Der Regierungschef muss einen neuen Verteidigungsminister finden", sagte Pevkur.
Parallel dazu kündigte der 49 Jahre alte Politiker der regierenden Reformpartei von Ministerpräsident Kristen Michal sein Rückzug auch in sozialen Medien an. "Ich tue dies in dem festen Wissen, dass wir die richtigen Entscheidungen zur Stärkung der nationalen Verteidigung getroffen haben. Estland ist besser geschützt als je zuvor", schrieb er auf Facebook.
Pevkur war zuvor in die öffentliche Kritik geraten, nachdem der estnische Rechnungshof in einem Bericht zahlreiche schwerwiegende Probleme in den dem Verteidigungsministerium unterstellten Institutionen bemängelt hatte. Nach Einschätzung der Prüfer erhöhten diese Probleme das Risiko des Missbrauchs staatlicher Gelder und Vermögenswerte. Ähnliche Probleme waren bereits ein Jahr zuvor festgestellt worden.
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