Schulwege: ADAC empfiehlt Halteverbote für Elterntaxis vor Schulen
An vielen Schulen diskutieren Eltern und Lehrerinnen über Maßnahmen, wie sich die häufigen Kolonnen von Elterntaxis vermeiden lassen. Bislang gibt es jedoch nur wenig Anzeichen, dass mehr Eltern ihre Kinder anders zur Schule schicken: Weiterhin kommt jedes vierte Kind im jüngeren Grundschulalter mehrmals die Woche mit dem Auto zur Schule. Das geht aus einer Umfrage der ADAC -Stiftung hervor, die dem SPIEGEL vorab vorlag.
Die absolute Mehrheit der Schülerinnen und Schüler geht zu Fuß. Auffällig gestiegen ist bei den älteren Schulkindern zudem der Anteil des E-Scooters : Unter den 14- bis 15-Jährigen nutzen ihn inzwischen 8 Prozent mehrmals die Woche für den Schulweg, statt 3 Prozent wie im vergangenen Jahr.
Für die Umfrage hat die ADAC-Stiftung zum wiederholten Mal rund 1000 Eltern von Kindern zwischen 5 und 15 Jahren befragen lassen. Die komma Forschungs- und Beratungsgesellschaft nutzte dafür eine Online-Stichprobe, die nach dem Anteil der Familien mit Kindern in den jeweiligen Bundesländern gewichtet wurde.
Ein Befund: Zwar findet eine Mehrheit von 61 Prozent der Eltern, dass regelmäßig zu viele Autos vor der Schule vorfahren. Mehr als die Hälfte sorgt sich vor gefährlichen Situationen, die dadurch entstehen. Andererseits kommt für die überwiegende Mehrheit der Eltern, die regelmäßig ihre Kinder fahren, auch keine Alternative infrage. Laut der Umfrage tun dies viele Eltern aus praktischen Gründen, etwa, um den Schulweg der Kinder mit Anschlussterminen zu verbinden.
Die ADAC-Stiftung hält es deshalb für »fraglich«, ob sich die Elterntaxis überhaupt nennenswert zurückdrängen lassen. Schulen sollten es nicht bei Appellen an die Eltern belassen, sagt Vorständin Christina Tillmann: Daneben »sollten Kommunen und Schulträger auch den Verkehrsraum vor den Schulen anpassen« – und notfalls absolute Halteverbote anordnen.
In den vergangenen Jahren haben manche Schulen solche Maßnahmen umgesetzt – etwa sogenannte Kiss-and-Ride-Zonen, also spezielle Kurzhaltebereiche, die gefährliche Staus vermeiden sollen, oder » Schulstraßen « mit Einfahrverboten für Autos zu Hol- und Bringzeiten. Von letzteren gibt es allein in Nordrhein-Westfalen inzwischen 93, wie das Landesverkehrsministerium in Düsseldorf mitteilte.
An diesem Mittwoch beginnt in Nordrhein-Westfalen das neue Schuljahr, Mitte September in den letzten Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern .
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