Teure Gewitter : Diese Versicherungen bieten den besten Schutz vor Blitz- und Überspannungsschäden
Rechnerisch alle drei Minuten registrieren Deutschlands Versicherer einen Blitz- oder Überspannungsschaden. Doch längst nicht jede Police zahlt in vollem Umfang. Franke und Bornberg zeigt, welche Hausrat- und Wohngebäudetarife am besten leisten.
Ein Gewitter zieht auf, der Blitz schlägt ein und plötzlich ist der Fernseher hin, die Heizungssteuerung streikt oder das Dach ist beschädigt. Rund 180.000-mal ist das 2025 in Deutschland passiert, meistens in den gewitterreichen Sommermonaten. Insgesamt zahlten die Versicherer dafür rund 310 Millionen Euro. Nach der aktuellen Blitzbilanz des GDV registrierten die Hausrat- und Wohngebäudeversicherer damit zwar 40.000 Schadenfälle und rund 30 Millionen Euro Kosten weniger als im Vorjahr. Die Kosten pro Einzelfall steigen dennoch weiter: Ein durchschnittlicher Blitzschaden kostete 2025 rund 1760 Euro, gut elf Prozent mehr als im Jahr zuvor und neuer Rekordwert. Ein Grund dafür: In vielen Haushalten steckt heute mehr empfindliche Elektronik als früher, von der Smart-Home-Steuerung bis zum vernetzten Fernseher.
Ein Blitzeinschlag kann auf zwei unterschiedliche Arten Schäden verursachen. Ein Blitzschaden entsteht durch einen direkten Blitzeinschlag ins Gebäude. Dieser kann das Dach und das Mauerwerk beschädigen oder einen Brand auslösen. Ein Überspannungsschaden entsteht hingegen indirekt: Schlägt ein Blitz in der näheren Umgebung ein, kann die freigesetzte Energie über Strom-, Telefon- oder Kabelleitungen ins Haus gelangen und dort elektrische Geräte beschädigen. Wie groß die Kräfte dabei sind, zeigt ein Vergleich aus dem Unwetter Gebäude-Check der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: Ein Blitz kann sich mit mehreren Hunderttausend Volt entladen - aus der Steckdose kommen 230 Volt.
Gegen beide Schadensarten hilft laut Verbraucherzentrale eine Kombination aus äußerem und innerem Blitzschutz. Der äußere Blitzschutz, etwa ein Blitzableiter, leitet die Energie eines direkten Einschlags ins Erdreich ab. Der innere Blitzschutz bewahrt mit Überspannungsschutzelementen in der Elektroinstallation zusätzlich die angeschlossenen Geräte vor Spannungsspitzen.
Selbst mit gutem technischem Schutz bleibt aber ein Restrisiko. Umso wichtiger ist, wie beide Schadensarten in den Vertragsbedingungen Ihrer Versicherung geregelt sind. Denn nicht jeder Tarif behandelt Blitzschlag und Überspannung gleich.
Wie versichere ich mich richtig gegen Blitz- und Überspannungsschäden?
Welche Versicherung Sie brauchen, hängt davon ab, ob Sie zur Miete wohnen oder Eigentümer einer Immobilie sind.
Mieter brauchen für den Schutz vor Blitz- und Überspannungsschäden meist nur eine gute Hausratversicherung. Sie zahlt für beschädigte bewegliche Gegenstände in der Wohnung, zum Beispiel für Computer, Fernseher oder andere technische Geräte.
Eigentümer von Immobilien benötigen zusätzlich eine Wohngebäudeversicherung. Sie übernimmt Schäden am Gebäude selbst sowie an fest eingebauten Bestandteilen, etwa am Dach, am Mauerwerk oder an einer fest verbauten Heizungssteuerung.
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