Diesen Rat haben Experten: Das deutsche Stromnetz lässt sich kaum komplett schützen - was also tun?
Nach den mutmaßlichen Angriffen auf das deutsche Stromnetz wird dessen Verwundbarkeit mehr als deutlich. Fachleute halten eine lückenlose Überwachung für illusorisch. Sie plädieren für ein anderes Konzept, das aus der Ukraine bekannt ist.
Die Angriffe auf zwei Umspannwerke in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen werfen die Frage auf, wie man das weitverzweigte Stromnetz in Deutschland besser schützen kann. Experten halten größere regionale Stromausfälle durch Attacken durchaus für möglich. Aus der Politik kommen Forderungen, den Betreibern kritischer Infrastruktur mehr Möglichkeiten zum Schutz ihrer Anlagen einzuräumen, etwa durch Videoüberwachung oder Drohnenabwehr. Doch wie viel würde das bringen?
Christian Rehtanz, einer der Leiter des Instituts für Energiesysteme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft an der TU Dortmund, hält einen Schutz des gesamten Stromnetzes für unmöglich: "Man kann nicht jeden Strommast vollständig überwachen." Auch Michèle Knodt, Direktorin des Drohnenkompetenzzentrums der TU Darmstadt, sieht das Problem vor allem in der weiten räumlichen Verteilung der Netze. Wo es "sinnvoll und praktisch" umsetzbar sei, sollten Betreiber kritischer Infrastruktur zwar Drohnen auf ihrem Gelände selbst detektieren und abwehren dürfen. Flächendeckend sei dies aber keine "realistische Option", meint die Expertin.
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