„Glücksgefühle“-Macher entschuldigt sich - Wende im Alphaville-Eklat
Hockenheim (Baden-Württemberg) – Nach dem Eklat rund um das „Glücksgefühle“-Festival rudert der Veranstalter zurück! Die Ausladung von Alphaville hatte seit Mittwochabend für hitzige Diskussionen gesorgt. Fans reagierten empört. Musiker meldeten sich zu Wort. In den sozialen Netzwerken wird leidenschaftlich über Meinungsfreiheit, politische Botschaften auf Konzertbühnen und die Verantwortung von Veranstaltern diskutiert. BILD zeigt das Festival live und wurde ebenfalls von der Entscheidung überrascht. Erst Mittwochmorgen erfuhren unsere Reporter durch Alphavilles Facebook-Post von der Ausladung.
Jetzt die Wende: Festival-Macher Markus Krampe (55) räumt bei BILD Fehler ein, entschuldigt sich öffentlich – und ebnet den Weg für die Rückkehr der Kultband.
Noch bis Donnerstagmittag schien die Front zwischen dem „Glücksgefühle“-Festival und Alphaville um Sänger Marian Gold (72) verhärtet. Nachdem die Band ihre Ausladung öffentlich gemacht hatte, nahm die Debatte immer mehr Fahrt auf. Nun zieht Krampe Konsequenzen aus den Ereignissen und schlägt versöhnliche Töne an. Er sagt: „Wie wir gehandelt haben, war in der Tat ein Fehler. Das tut mir leid. Meinungsfreiheit ist das höchste Gut, das wir in Deutschland haben, sie ist zu schützen.“
Alphaville hatten sich vor wenigen Wochen bei einem 80er-Jahre-Festival, das auch Markus Krampe veranstaltete, während ihres Auftritts gegen die AfD und rechtsradikale Tendenzen in der Gesellschaft geäußert. Danach machte Krampe Sänger Gold klar, dass er dies auf seinen Festivals nicht haben möchte. Weil diese unpolitisch seien. Deshalb verlangte er von der Band die Zusicherung, dass sich das bei „Glücksgefühle“ nicht wiederhole. Doch darauf ließ sich Alphaville nicht ein. Konsequenz: Krampe sagte den Auftritt der Band ab.
Bei Facebook verglich die Band dies mit einem „Maulkorberlass“: „Dass eine derartige Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit nun auf einem der größten Popfestivals Deutschlands angekommen zu sein scheint, empfinden wir als absolut untragbar und erschütternd.“ Weiter schreibt der Sänger, Alphaville hielten Meinungsfreiheit, Toleranz und Demokratie für hohe Güter, die es zu verteidigen gelte. Die Ausladung sei ein „feindseliger und vollkommen unnötiger Akt“.
Krampe sagt nun zu BILD, das Festival sei für ihn kein politischer Ort, sondern ein Ort der Musik, der Begegnungen und gemeinsamer Erlebnisse. Gleichzeitig respektiere er, wenn Alphaville für ihre Überzeugungen eintreten. „Und ich glaube, dass es möglich ist, unterschiedliche Haltungen nebeneinander stehenzulassen, ohne laut zu werden.“
Jetzt möchte Krampe die Band sogar zurückholen: „Wir laden Alphaville ein, wie geplant Teil des Festivals zu sein. Nicht als Zeichen eines Nachgebens, sondern als bewusste Entscheidung für das, was uns verbindet.“ Sein Wunsch sei es, die Aufmerksamkeit wieder auf die Musik und die Menschen vor und hinter der Bühne zu lenken: „Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass genau dieses Gefühl bleibt.“
Unklar ist, ob Alphaville die Entschuldigung annehmen wird. Nach BILD-Informationen hat die Band noch nicht zugesagt, wieder aufzutreten.
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