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Sachsen-Anhalt: Chemie, Experimente - und eine starke AfD

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Sachsen-Anhalt: Das ist ein Bundesland in der Mitte Deutschlands mit vielen Traditionen. Aus dem heutigen Sachsen-Anhalt stammten viele der weltberühmten Architekten des Bauhauses in Dessau. In Eisleben und vor allem in Wittenberg wird an den großen Reformator Martin Luther gedacht. Hier schlug er seine berühmten 95 Thesen an die Schlosskirchen-Tür und löste die Reformation aus.

In Sachsen-Anhalt liegt das Chemiedreieck rund um Leuna und Bitterfeld im Osten des Bundeslandes mit heute noch rund 10.000 Arbeitsplätzen. Es gibt das Mittelgebirge Harz im Westen. Der europäische Fluss Elbe durchfließt das Land vom Osten kommend Richtung Norden. Der Süden des Landes muss sich im Strukturwandel nach dem Beschluss zum Ausstieg aus der Braunkohle neu erfinden. Die Arbeitslosigkeit ist etwas höher als in Deutschland insgesamt.

Sachsen-Anhalt ist mit rund 2,1 Millionen Einwohnern ein vergleichsweise bevölkerungsarmes Land. Nur zwei Städte, die Landeshauptstadt Magdeburg und Halle, haben über 200.000 Einwohner.

Trotzdem werden im September 2026 auch internationale Medien ihren Blick auf dieses kleine ostdeutsche Bundesland richten: Denn in Sachsen-Anhalt könnte erstmals in der deutschen Nachkriegsgeschichte ein Kandidat einer Partei Regierungschef werden, die vom Verfassungsschutz als in Teilen "gesichert rechtsextrem" eingestuft wird. Die Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund steht in allen Umfragen klar vorne.

Auf 42 Prozent Zustimmung kommt die AfD in Sachsen-Anhalt in einer ARD-Umfrage gut eine Woche vor der Wahl. Die Konservativen von der CDU, die das Land die meiste Zeit seit der Gründung 1990 regiert haben, liegen abgeschlagen bei 22 Prozent.

Das Landesamt für Verfassungsschutz stuft die AfD als "gesichert rechtsextrem" ein, den Zustimmungswerten in der Bevölkerung hat das bislang nicht geschadet. Die Linke liegt in den Umfragen bei 11, die SPD bei acht Prozent. Ob die Grünen und die FDP es wieder in den Landtag schaffen, ist fraglich.In der aktuellen ARD-Umfrage kommen nur die Grünen mit sechs Prozent an Zustimmung in den Landtag.

Wie eine Art Weckruf klangen die Worte des früheren CDU-Ministerpräsidenten Reiner Haseloff . Er kündigte im Sommer 2025 an, das Land verlassen zu wollen, sollte die AfD an die Macht kommen. Dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" sagte Haseloff damals: "Ich will nicht in einem Land leben, in dem die AfD an der Macht ist." Die AfD stellt bisher 23 von 97 Abgeordneten im Landesparlament.

Im Landtag in Magdeburg, so Haseloff, habe er schon oft das Gefühl gehabt, "in der letzten Phase der Weimarer Republik im Reichstag zu sitzen oder später im Berliner Sportpalast". Die Weimarer Republik war der erste demokratische deutsche Staat und endete 1933 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Im Berliner Sportpalast hatte der Propagandaminister der Nationalsozialisten , Joseph Goebbels, ein enger Vertrauter Adolf Hitlers , 1943 den "totalen Krieg" ausgerufen.

Im Januar 2026 gab Haseloff nach 15 Jahren sein Amt auf, sein Nachfolger Sven Schulze (ebenfalls CDU) muss nun gegen die AfD ankämpfen.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.dw.com — der Inhalt gehört Deutsche Welle.

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