Pokal-Duell im Kult-Stadion - St. Tönis mit Liebe & Leidenschaft gegen Frankfurt
Frankfurt – Am 23. Mai verlor der SC St. Tönis 11/20 das Niederrheinpokal-Finale gegen den MSV Duisburg 1:4. Der Titeltraum war ausgeträumt. Dennoch bejubelten die Spieler des Oberligisten die Niederlage. Denn: Sie qualifizierten sich trotzdem für den DFB-Pokal – und treffen dort am Freitagabend (18 Uhr, live bei Sky) auf Bundesligist Eintracht Frankfurt! Eine kuriose Konstellation, die durch eine bestimmte Regel möglich wird.
Weil Duisburg in der vergangenen Saison Vierter in der 3. Liga wurde, waren die Zebras schon – unabhängig vom Ausgang des Finals im Landespokal – für den Wettbewerb qualifiziert. Die Pokal-Regeln sehen vor, dass die Top 4 der abgelaufenen Drittliga-Saison sicher qualifiziert sind. So stand schon vor dem Finale fest: St. Tönis ist mit dabei!
Und die freuen sich riesig auf das erste Pokal-Abenteuer der Vereinsgeschichte. Trainer Bekim Kastrati (47) sagt: „Für uns kommt jetzt das große Highlight. Das Spiel gegen Eintracht ist ein riesengroßer Bonus, den sich die Jungs erarbeitet und verdient haben. Wir wollen das Spiel genießen, anschließend hat uns der Alltag schnell wieder. Die Oberliga ist unser Zuhause und unser Hobby nach der Arbeit. Diesem Hobby gehen wir mit viel Leidenschaft und Liebe nach.“
Für das Spiel gegen Eintracht haben die Gastgeber – trotz der Außenseiter-Rolle – einen klaren Plan. Kastrati: „Wir sind eine Feierabendtruppe, die in der Regel zwei- bis dreimal in der Woche trainiert. Nichtsdestotrotz werden wir eine Idee haben, wie wir gegen Frankfurt spielen wollen.“
Was den Tönis-Trainer positiv stimmen dürfte: Seine Mannschaft ist gut drauf. Zum Auftakt in die neue Saison gewannen der Oberligist am Wochenende das erste Spiel gegen die 1. Spvg. Solingen-Wald nach 0:2-Rückstand noch 3:2. Dennoch sind die Frankfurt natürlich klarer Favorit.
St. Tönis gehört zur Stadt Tönisvorst und liegt rund 22 Kilometer westlich von Düsseldorf. Die Stadt trägt den Beinamen „Apfelstadt“ – und das nicht ohne Grund: Rund 400.000 Apfelbäume stehen hier, in guten Jahren hängen daran bis zu 40 Millionen Äpfel. Der Grund dafür: Das milde Klima und die Böden am Niederrhein bieten dabei beste Bedingungen für den Obstbau.
Auch der Spielort ist ein besonderer. Weil die Heimspielstätte des SC St. Tönis zu klein ist, zieht der Oberligist für den Pokal-Kracher ins benachbarte Krefeld und die legendäre Grotenburg. Hier wurden große Fußball-Abende erlebt – allen voran das „Wunder von der Grotenburg“, als Bayer Uerdingen 1986 nach einem 1:3-Halbzeitrückstand noch 7:3 gegen Dynamo Dresden gewann und ins Europapokal-Halbfinale einzog. Auch für das Kino ist die Arena ein besonderer Ort: Teile vom Kult-Film „Das Wunder von Bern“ wurden in der Grotenburg gedreht. Für die rund 6000 mitreisenden Eintracht-Fans ein schönes Extra.
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