„Liebe die Stadt, aber...“ - Lys ledert gegen Hamburg
Und Hamburg wollte Olympische Spiele... Harte Kritik an ihrer Heimatstadt von Tennis-Star Eva Lys (24). Vor ihrem Auftaktmatch bei den US Open gegen die Tschechin Gabriela Knutson (29) lässt die Nummer 98 der Welt kein gutes Haar an den Bedingungen für Profispieler in der Hansestadt. Lys, die vor zwei Monaten nach Monte Carlo zog: „Ich liebe Hamburg, ich liebe Norddeutschland, aber...“
Ihre wichtigsten Punkte, die in Hamburg nicht funktionieren: „Ich hatte in Hamburg tatsächlich nie eine gute Base. Wir haben einfach kein gutes Tenniszentrum. Ich hatte immer dieses riesige Problem, dass ich nie wirklich einfach Plätze bekommen habe. Es war immer ein bisschen schwierig mit der Platzbuchung. Ich hatte nie konstant einen Kraftraum, der für Profis tauglich ist. Klar, man hat immer kleine Gyms mit ein paar Utensilien, aber die sind dann steinalt, 20 Jahre. Und jetzt wird ja die Verbandshalle abgerissen. Das war der Punkt, wo ich keine Trainingsbase mehr hatte. Ich war also eine Top-40-Spielerin, die keine Ahnung hatte, wo sie in Hamburg trainieren darf. Drei, vier Stunden einen Platz suchen in Hamburg war immer sehr, sehr schwer. Du hast vielleicht von 8 bis 10 Uhr einen Platz, dann wieder von 18 bis 20 Uhr.“
Auch fehlten ihr die starken Trainingspartner, die sie im Fürstentum reihenweise hat. „Ich habe meistens nur mit Papa trainiert oder vielleicht mit ein paar jüngeren Jungs, die jetzt auf dem Weg zum College waren. Aber Trainingspartner hast du in Norddeutschland nicht. Die Professionalität in der Gegend ist einfach für das Level nicht vorhanden“, so Lys.
Die Vorteile ihres neuen Lebens in Monaco: „Erstens ist es natürlich eine gute Tennisbase. Es gibt nicht viele Orte, wo so viele gute Tennisspieler und -spielerinnen leben. Marta Kostyuk ist eine gute Freundin, auch Jasmine Paolini, Donna Vekic und Belinda Bencic sind da. Es gibt wirklich unglaublich viele Trainingspartner. Und natürlich kommt auf jeden Fall das Wetter dazu. Ich liebe Norddeutschland, ich liebe Hamburg, es wird auch für immer mein Zuhause bleiben, aber das Wetter für mein Rheuma war einfach immer wieder katastrophal.“
Lys leidet an einer chronischen Autoimmunerkrankung, die ihr immer wieder das Leben zur Hölle macht und wegen der sie Matches abbrechen musste und Turniere nicht spielen konnte. „Wenn wir nicht Hochsommer hatten, habe ich immer viele gesundheitliche Probleme gehabt, ob das jetzt mit meinem Immunsystem war oder mit meinem generell rheumatischen Problemen. Wenn man das alles mit Monaco vergleicht, ist es dort die perfekte Trainingsbase für Profis. Es ist einfach der nächste professionelle Schritt.“
Schon lange überlegte sie, wo sie hingehen kann, damit es ihrem Körper besser geht. „Was ich tatsächlich an mir merke ist einfach, dass mit Sonne aufzuwachen für meinen Körper ganz anders ist. Mein größtes Problem ist einfach meine Morgensteifigkeit und ich spüre, wenn es kalt ist. Ich brauche stundenlang, bis ich mich warm mache und da ist es einfach ein großer Unterschied, wenn man im wärmeren Klima aufwacht. Gerade im Winter in Hamburg ist es für mich einfach schwierig.“
Nun müssen nur noch die Resultate wieder besser werden.
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