Wegen Handelskrieg mit Kanada - Amis auf Klopapier-Jagd
Washington/Ottawa – Zwischen den USA und Kanada tobt ein neuer Handelskrieg. Millionen Amerikaner machen sich Sorgen um ein ganz wichtiges Alltagsprodukt: Toilettenpapier. Nach Berichten mehrerer US-Medien haben in vielen Regionen bereits Hamsterkäufe begonnen. Ein Effekt, den es in Deutschland während der Corona-Pandemie gab.
Der Grund in den USA ist aber ein anderer. Ab dem 8. September sollen auf zahlreiche Waren Strafzölle von bis zu 50 Prozent fällig werden. Nachdem Gespräche zwischen Washington und Ottawa am vergangenen Wochenende gescheitert waren, kündigte Kanadas Premierminister Mark Carney (61) an, „Dollar für Dollar“ zurückzuschlagen.
Fast 900 US-Produkte werden deshalb künftig mit kanadischen Zöllen zwischen 25 und 50 Prozent belegt. Besonders hart trifft der Schlag jedoch die Papierbranche. Kanada droht mit heftigen Aufschlägen auf Toilettenpapier und wichtige Vorprodukte für Taschentücher und Hygienepapier.
Das Problem für die Amerikaner: Sie sind stark von kanadischen Lieferungen abhängig. Nach Daten der Weltbank importierten die USA allein 2024 Toilettenpapier im Wert von rund 328 Millionen Dollar aus Kanada. Kein anderes Land liefert mehr. Auch Handelsriesen wie Costco beziehen einen großen Teil ihrer Papierwaren von dort.
Viele Verbraucher füllen jetzt ihre Vorratskammern. In sozialen Netzwerken machen Bilder von Einkaufswagen voller Klorollen die Runde. Die Angst: Wenn die neuen Zölle greifen, könnten die Preise deutlich steigen. Laut der italienischen Nachrichtenagentur „Ansa“ rechnen Händler bei einzelnen Produkten sogar mit Preisaufschlägen von bis zu 50 Prozent.
US-Präsident Donald Trump (80) hatte zuletzt die Wut der Kanadier auf sich gezogen, als er den Grenzsee „Lake Ontario“ in „Lake America“ umbenannt hatte. Zuvor hatte Trump schon den „Golf von Mexiko“ in „Golf von Amerika“ umgetauft. Seit Jahren will der US-Präsident Kanada an die Vereinigten Staaten anschließen und den nördlichen Nachbarn zum „51. Bundesstaat“ machen.
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