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Hammer-Entscheidung - VW will Seat vom Markt nehmen

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Hammer-Entscheidung - VW will Seat vom Markt nehmen

Wolfsburg – Die nächste Hammer-Entscheidung bei Volkswagen: Der VW-Vorstand will einem Bericht zufolge die spanische Traditionsmarke Seat vom Markt nehmen. Spätestens Ende 2029 soll Schluss sein. Stattdessen setzt der Konzern auf die Schwestermarke Cupra, die Seat bei den Verkäufen inzwischen deutlich überholt hat.

Das berichtet die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf einen Vorstandsbeschluss. Am Freitag soll der VW-Aufsichtsrat darüber abstimmen. Demnach kommt Seat in den Konzernplänen für 2030 nicht mehr vor. VW will Kosten sparen, Abläufe vereinfachen und sich stärker auf Cupra konzentrieren.

In den Unterlagen heißt es laut Bericht: „Eine Fortführung von Seat in der bisherigen Form würde zusätzliche Ressourcen binden, während die strategische Weiterentwicklung innerhalb der Markengruppe Cupra fokussiert werden soll.“

Tatsächlich hat Cupra die ältere Schwestermarke längst überholt. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 170.100 Cupra ausgeliefert, bei Seat waren es 129.600.

Autoexperte Frank Schwope von der FHM Berlin überrascht die Entscheidung nicht. Er sagt zu BILD: „Es schwelte schon seit Monaten das Gerücht, dass VW die Marke Seat einstellen könnte.“ Für ihn ist klar: „Cupra ist die Zukunft, Seat die Vergangenheit.“ Trotzdem hält Schwope das komplette Aus für eine vertane Chance. Er hätte Seat lieber als günstige Einstiegsmarke weitergeführt: „Eigentlich ist es schade, dass VW nicht versucht, Seat als Billigauto auf den Markt zu bringen. Sozusagen als Dacia des VW-Konzerns . Es ist einen Versuch wert.“

Ein Volkswagen-Sprecher sagte auf BILD-Anfrage, man kommentiere interne Unterlagen nicht: „Interne Unterlagen werden in zuständigen Gremien besprochen und verabschiedet. Diesem Prozess greifen wir nicht vor.“

Das mögliche Seat-Aus ist nur ein Teil des großen VW‑Umbaus. Der Aufsichtsrat berät am Freitag auch über die Zukunft von vier Werken in Deutschland sowie über einen möglichen weiteren Abbau von Zehntausenden Arbeitsplätzen weltweit.

VW-Chef Oliver Blume will Europas größten Autobauer mit einem Sparprogramm wettbewerbsfähiger machen. Druck kommt vor allem von chinesischen Herstellern, Problemen auf dem chinesischen Markt und den US-Zöllen.

Besonders im Fokus stehen die Standorte Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm. Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen haben Widerstand gegen mögliche Einschnitte angekündigt. Am Freitag könnte damit eine der wichtigsten Weichenstellungen für die Zukunft des VW-Konzerns gestellt werden.

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