Jagd auf invasive Blaukrabben - Jetzt sollen Kraken die Pasta Vongole retten
Ein eingeschlepptes Meerestier bedroht die beliebte italienische Pasta Vongole. Denn die für das Nudelgericht wichtigen Venusmuscheln werden in der Adria von invasiven Blaukrabben gefressen. Forscher kämpfen jetzt mit einer ungewöhnlichen Methode gegen die Pasta-Vongole-Feinde. Sie züchteten Kraken, die die Krabben fressen und so das kostbare Meeresgut retten sollen.
Die Blaukrabben stammen von der amerikanischen Atlantikküste und gelangten vermutlich über Handelsschiffe nach Europa. Weil das Wasser immer wärmer wird und natürliche Feinde fehlen, konnten sie sich in der Adria rasant vermehren. Mit dramatischen Folgen: Muschelbänke werden zerstört, und nicht nur Pastagerichte, sondern ganze Existenzen sind bedroht.
Für viele Fischer in Venetien und rund um das Po-Delta wurde die Krabbenplage zur finanziellen Katastrophe. Zahlreiche Betriebe mussten bereits aufgeben. Der wirtschaftliche Schaden geht in die Millionen. Um die Plage zu stoppen, wurden bereits Millionen Krabben eingefangen und verbrannt. Ohne langfristigen Erfolg.
Deshalb setzen Forscher jetzt auf eine ungewöhnliche Geheimwaffe. In Cesenatico wurden 130.000 Jungkraken ins Adriatische Meer ausgesetzt, berichtet die italienische Zeitung „Le Scienze“. Sie sollen Jagd auf die Blaukrabben machen und deren Ausbreitung bremsen. Die Tiere wurden in den Zuchtanlagen der Universität Bologna aufgezogen und mit Patrouillenbooten vor die Küste gebracht. Das Experiment „Octo-Blu“ soll zeigen, ob Kraken als natürliche Feinde die Blaukrabben auf biologische Weise eindämmen können. Denn: Schon jüngere, noch nicht voll ausgewachsene Oktopusse können gezielt Jagd auf die invasiven Blaukrabben machen. Ein ausgewachsener Krake könnte dann bis zu vier davon täglich erbeuten.
Von den „Sheriff-Kraken“ erhofft sich die Regionalregierung endlich einen Erfolg. Gerade weil andere Maßnahmen, wie die Blaukrabben als Lebensmittel zu vermarkten, statt sie zu vernichten, scheiterten. Der Genossenschaftsverband Confcooperative schlug auch noch vor, vorübergehend keine Wolfsbarsche und Doraden mehr zu fangen. Beide Fischarten zählen zu den natürlichen Feinden der Blaukrabbe und könnten dabei helfen, die Krabben zurückzudrängen.
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