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Gesundheit

Jüngere nehmen wichtigsten Risikofaktor für Alzheimer häufig nicht ernst, das Hörvermögen

Focus Online Gesundheit ·
Jüngere nehmen wichtigsten Risikofaktor für Alzheimer häufig nicht ernst, das Hörvermögen

„Schwerhörigkeit ist der wichtigste Alzheimer-Risikofaktor im mittleren Lebensalter. Tritt sie bei 45- bis 65-Jährigen auf und bleibt unbehandelt, ist das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung im Alter deutlich erhöht.“ Mit diesen Worten wendet sich Linda Thienpont, stellvertretende Geschäftsführerin der Alzheimer Forschung Initiative, in einer Mitteilung an die Öffentlichkeit.

Ein Problem besteht vor allem dann, wenn die Hörprobleme unbehandelt bleiben. Eine Studie im Fachjournal „Neurology“ mit fast 2800 Erwachsenen zeigt: Hörhilfen können das Demenzrisiko selbst bei älteren Erwachsenen noch um 33 Prozent reduzieren.

Die Wissenschaftlerin will auf diesen unterschätzten Risikofaktor aufmerksam machen, der gerade von jüngeren Menschen häufig nicht als solcher behandelt wird. Etwa deswegen, weil sie aus Eitelkeit den Gang zum Arzt scheuen. Mit schwerwiegenden Folgen. Denn Schwerhörigkeit schadet unserem Gehirn .

„Menschen, die schlecht hören, verarbeiten weniger akustische Reize. Viele reagieren auch mit Rückzug, weil sie Gesprächen nicht mehr so gut folgen können oder schnell müde werden“, erklärt die Wissenschaftlerin weiter. Das Gehirn werde dann weniger gefordert. Und: Die geistige Leistungsfähigkeit nehme ab. „Dadurch erhöht sich das Risiko, an Alzheimer zu erkranken“, warnt Thienpont.

In Deutschland leben laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, die meisten von ihnen leiden an Alzheimer.

Im Gehirn von Alzheimer-Patienten gehen zunehmend Nervenzellen und die Übertragungsstellen dazwischen zugrunde. Verantwortlich sind wachsende Eiweißablagerungen zwischen den Neuronen, die sogenannten Amyloid-Plaques. Außerdem bündeln sich im Zellinneren Tau-Proteine zu den sogenannten Neurofibrillen. Diese „Vermüllung“ des Gehirns führt zu den bekannten Symptomen von Gedächtnislücken bis zum Verlust aller kognitiver Fähigkeiten und der Persönlichkeit.

Die Alzheimer-Stiftung bietet weitere Informationen, um die Krankheit besser zu verstehen: www.alzheimer-forschung.de

Betroffene bemerkten die nachlassende Hörfähigkeit oft gar nicht, sie stelle sich schleichend ein. Wenn die Umwelt aber immer häufiger nachfragt oder der Fernseher lauter gestellt werden muss, sei das ein Warnsignal.

„Ab Mitte 50 kann das Hörvermögen durch altersbedingten Verschleiß schlechter werden“, so die Expertin. Sie rät: „Das sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern das Gehör regelmäßig von einer Fachärztin oder einem Facharzt untersuchen lassen.“

In den meisten Fällen könnten diese Defizite jedoch durch ein Hörgerät ausgeglichen werden, so Thienpont. Dessen Kosten übernehme die Krankenkasse bis zu einer bestimmten Grenze. Hätte der Hörverlust hingegen eine Krankheit als Auslöser, müsse diese behandelt werden. Etwa im Falle von Durchblutungs- und Stoffwechselstörungen oder Schäden an der Halswirbelsäule.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.focus.de — der Inhalt gehört Focus Online Gesundheit.

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