„Helfen? Nein. Fotoshooting? Ja.“ - Kritik an Influencerin in Erdbebengebiet
Panama – Mit ihrem XXXL-Po wurde Gracie Bon (29) zum Internetstar. Doch jetzt sorgt ihr Markenzeichen für mächtig Ärger. Nach der Erdbeben-Katastrophe in ihrer Heimat Panama ließ sich die Influencerin vor den Trümmern fotografieren. Die Bilder gingen um die Welt – online hagelte es Kritik. Der Vorwurf: Sie nutze die Katastrophe für mehr Aufmerksamkeit auf Social Media.
Am 9. Oktober hatte ein schweres Erdbeben die Pazifikküste Panamas verwüstet. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt, Tausende Menschen sind betroffen. Nach Angaben von Unicef benötigen rund 38.000 Menschen Hilfe, darunter mehr als 8000 Kinder.
Bon, die auf Instagram knapp zwölf Millionen Follower hat, veröffentlichte kurz darauf die Aufnahmen und schrieb dazu: „Die Realität meines Landes nach dem Erdbeben .“ Außerdem erinnerte sie daran, dass materielle Dinge ersetzt werden könnten, Menschenleben aber unbezahlbar seien. Ihre Botschaft: den Betroffenen helfen.
Doch viele Nutzer nahmen ihr die Wohltätigkeit nicht ab. „Helfen? Nein. Fotoshooting? Ja“, meinte einer. Oder: „Mit dem Unglück anderer zu posieren, muss ein Witz sein“. Weitere warfen Bon vor, die Zerstörung als Kulisse für eigene Likes zu nutzen. Besonders kritisiert wurde, dass die Influencerin selbst im Mittelpunkt der Aufnahmen steht, während zahlreiche Familien ihr Zuhause verloren haben.
In einem Video verteidigte sich Bon gegen die Vorwürfe. „Es gibt Menschen, die sich mehr über ein Foto aufregen als darüber, dass Familien alles verloren haben“, sagte sie. Ihr Ziel sei gewesen, Hilfsgüter zu verteilen und ein bis zwei Familien beim Wiederaufbau zu unterstützen. Dass sie selbst auf den Bildern zu sehen ist, sei Absicht gewesen: „Ich habe das Foto gewählt, weil es mehr Reichweite und Aufmerksamkeit bringt.“
Gracie Bon, mit bürgerlichem Namen Gracie Bonilla, wurde bekannt durch Body-Positivity -Inhalte, also Beiträge, die Selbstliebe zum eigenen Körper fördern, und ihre Forderung nach größeren Flugzeugsitzen für Plus-Size-Reisende. Über ihren auffällig großen Po wird immer wieder diskutiert. Eine Schönheits-OP bestreitet Bon jedoch. Stattdessen führt sie ihre Proportionen auf ihre genetische Veranlagung und die Fettverteilungsstörung Lipödem zurück.
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