Kurioses Trainerduell - Punktsieg für Kiels Walter gegen Herthas Leitl
So richtig zufrieden war nach der Nullnummer keiner. Hertha BSC verpasste es, den achten Sieg in Folge zu landen und den damit verbundenen Rekord von Hannover 96 aus der Saison 1986/87 einzustellen. Kiel ist durch das 0:0 weiter sieglos im Tabellenkeller. Vielleicht ging es deshalb nach dem Spiel noch einmal etwas mehr zur Sache.
Plötzlich standen sich Hertha-Verteidiger Linus Gechter (22), der am Freitag sein 100. Pflichtspiel für die Blau-Weißen absolvierte, und Kiel-Stürmer Phil Harres (24) gegenüber. Lautes Wortgefecht, gegenseitiges Anfassen und Rangeln – das passte Kiel-Coach Tim Walter (50) überhaupt nicht. Er stürmte dazwischen, trennte die Streithähne, schlichtete.
Walter (1,92 Meter groß) anschließend zu BILD: „Das waren zwei Sturköpfe, ich wollte sie einfach nur wegschieben, damit sie da nicht hingehen und die Finger weglassen. Das sind Kinder.“ Klarer Punktsieg für Walter, denn Hertha-Trainer Leitl (1,78 Meter) hielt sich absichtlich raus. Seine Begründung: „Ich habe Tim in diesem Fall den Vorteil gelassen, er ist 20 Zentimeter größer als ich. Ich stand in seinem Schatten.“
Das war im Spiel genau anders. Da wurde Hertha im Verlauf der Partie immer stärker, vergab aber gleich 15 teils sehr gute Torchancen. Kapitän Josip Brekalo (28) war deshalb nicht zufrieden: „Leider ist es uns nicht gelungen, unsere Chancen zu nutzen.“ Hertha-Verteidiger Niklas Kolbe (29) war da schon resoluter, sagte: „Wir haben das verdammte Tor nicht geschossen.“ Das störte alle beim Spitzenreiter. Vielleicht kam es genau deshalb nach dem Zweitligaspiel zur Rudelbildung.
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