Trabi, Westgeld, Swimmingpool - Torwart-Legende enthüllt Geheimnisse
Jürgen Croy hätte überall spielen können. Bei den größten Klubs der DDR. Vielleicht sogar für mehr Geld und noch mehr Titel. Doch der „Panther von Planitz“ wollte nicht weg. Nicht aus Zwickau. Nicht von Sachsenring. Nicht von seiner Familie.
Am Montag wird Croy 80 Jahre alt. Er wurde in Planitz, einem Stadtteil von Zwickau, geboren und wohnt noch immer dort. Er verkörpert etwas, das im modernen Fußball äußerst selten geworden ist: bedingungslose Vereinstreue.
In dieser Woche wurde in Zwickau eine neue MDR-Dokumentation über ihn vorgestellt. Am Rande der Präsentation plauderte Croy über sein außergewöhnliches Leben. Über große Siege. Über politische Funktionäre. Über schnelle Trabants – und über einen Swimmingpool, den er heute nur noch aus sicherer Entfernung betrachtet.
Doch egal, welche Geschichte Croy erzählt: Am Ende landet er immer wieder in Zwickau. „Für mich war der Sport immer Region, es war Zwickau und es war der Verein Sachsenring. Das hat mir Kraft gegeben“, so Croy.
Ein Satz wie ein Lebensmotto. Croy war in den 1970er-Jahren einer der besten Torhüter der Welt. Er stand auf einer Stufe mit Dino Zoff, Sepp Maier und dem Schweden Ronnie Hellström. Für die DDR absolvierte er 94 A‑Länderspiele. Bis heute ist er ihr Rekordnationaltorwart. Er wurde dreimal zum DDR-Fußballer des Jahres gewählt. Er gewann zweimal den FDGB-Pokal. Er holte Olympia-Gold und Olympia-Bronze. Und er stand 1974 beim legendären 1:0 gegen die Bundesrepublik im Tor.
Als persönliche Höhepunkte bezeichnet Croy den Junioren-Europameistertitel von 1965, Olympia-Gold 1976 in Montreal und die Weltmeisterschaft 1974.
Doch wichtiger als alle Medaillen war ihm der Fußball in seiner Heimat. Von 1965 bis 1981 stand er für Motor und später Sachsenring Zwickau im Oberliga-Tor. 372 Einsätze sammelte er in der höchsten Spielklasse. Angebote anderer Vereine konnten ihn nicht locken.
Croy wollte niemals wechseln: „Ich hätte meine Familie nie im Stich lassen können. Das hat mir zu viel bedeutet. Kein Geld hätte mich davon abbringen können.“
Selbst die DDR-Sportführung wollte ihn aus Zwickau wegholen. Die Funktionäre des DTSB legten ihm einen Wechsel nahe. Croy sollte Mitglied der SED werden und sich einem großen Klub anschließen. Andernfalls dürfe er nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen.
Doch Croy ließ sich nicht einschüchtern. Er machte den Funktionären einen eigenen Vorschlag: „Ich trete in die Partei ein und ihr lasst mich in Zwickau.“ Der Plan ging auf. Croy blieb bei Sachsenring. Und er blieb die Nummer eins der DDR.
Auch Dynamo Dresden wollte ihn verpflichten. Mitte und Ende der 1970er-Jahre warben die Sachsen um den Weltklasse-Torwart. Doch wieder sagte Croy „Nein“. Rückendeckung bekam er aus dem Trabantwerk. Die Mitarbeiter sollen sogar mit einem groß angelegten Streik gedroht haben, falls ihr Idol die BSG Sachsenring verlassen müsse.
Croy war längst mehr als ein Fußballer. Er war die Identifikationsfigur einer ganzen Region. Eine Ikone. Ein Idol. Der sportliche Stolz von Zwickau.
Wie eng Mannschaft und Werk verbunden waren, zeigt diese kuriose Geschichte. Für ihre Erfolge durften die Spieler einen Trabant mit Wankelmotor testen.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild Sport.