Parteitag in Offenburg: Grünen-Parteitag: Applaus, aber auch Kritik für Özdemir
Die geplante Lockerung des Verbrenner-Aus sowie Özdemirs' Warnung vor Rot-Rot-Grün in Berlin sorgen auf dem Parteitag zum Teil für Unmut.
Gleichzeitig geben aktuelle Umfragwerte den Grünen Rückenwind.
Unter dem Motto „Made in Baden-Württemberg“ haben sich die Grünen in Baden-Württemberg am Wochenende in Offenburg zu ihrem Parteitag getroffen: Die Kritik von Ministerpräsident Cem Özdemir an einer rot-rot-grünen Regierung in Berlin sowie seine Befürwortung einer Lockerung des Verbrenner-Aus sorgten auf dem Parteitag zum Teil für Unmut.
Mit guten Umfrageergebnissen im Rücken traten die Grünen jedoch auch selbstbewusst auf.
Mehr als ein halbes Jahr nach der Landtagswahl ist die Partei einer Umfrage zufolge mit 30 Prozent immer noch stärkste Kraft.
Lockerung des Verbrenner-Aus sorgt für Diskussionen Deutschland und Frankreich wollen die EU-Regeln für neue Verbrenner nach 2035 stärker lockern als bisher vorgesehen.
Auf dem Parteitag sorgte das für Diskussionen.
Ministerpräsident Özdemir begrüßte die geplante Lockerung des EU-Verbots für neue Verbrenner-Fahrzeuge.
Auf Nachfrage eines SWR-Reporters sagte er am Rande des Parteitags, er sei sehr dankbar, dass Bundeskanzler Merz und Präsident Macron fast identisch auf der Linie dessen seien, was man im Vorfeld gefordert habe.
Es gehe darum, die deutsche Automobilindustrie ins elektrische Zeitalter mitzunehmen, das passiere gerade.
Die Lockerung schenke vor allem der baden-württembergischen Zulieferindustrie wertvolle Zeit.
Bei dem Parteinachwuchs hingegen kam die Nachricht nicht gut an. „Wer jetzt das Verbrenner-Aus infrage stellt, der sorgt für weitere Fehlinvestitionen und gefährdet unsere Arbeitsplätze hier vor Ort“, sagte Theresa Fidušek, Sprecherin der Grünen Jugend in Baden-Württemberg , und erhielt dafür viel Applaus.
Man müsse für sichere und klimaneutrale Arbeitsplätze kämpfen und deutlich machen, dass die Beschäftigten nicht für die Fehlentscheidungen des Managements bezahlen müssten.
Die EU -Kommission hatte im Dezember vorgeschlagen, auch nach 2035 in der EU Autos mit Verbrennungsmotor neu zuzulassen – eine Abkehr vom eigentlich ausgehandelten Verbrenner-Aus.
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