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Koffein, Taurin und Guarana machen Energydrinks riskanter fürs Herz als Kaffee

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Koffein, Taurin und Guarana machen Energydrinks riskanter fürs Herz als Kaffee

Das Marketing verspricht einen Konzentrationsboost und Superkräfte, doch die Wissenschaft belegt nun immer häufiger Risiken für unser Herz-Kreislauf-System; die Rede ist von Energydrinks. Mit einem weltweiten Marktvolumen von rund 77 Millionen US-Dollar und entsprechend hohem Konsum rücken gesundheitliche Fragestellungen in den Fokus. Für die kardiovaskuläre Gesundheit könnten die gravierend sein.

So beobachteten mehrere Studien einen Anstieg des systolischen und diastolischen Blutdrucks sowie eine Erhöhung der Herzfrequenz. Besorgniserregend sind vor allem Feststellungen zu Verlängerungen des QTc-Intervalls – wird dieser EKG-Parameter zu lang, drohen Herzrhythmusstörungen.

Michael Böhm ist Kardiologe, Seniorprofessor und ehemaliger Direktor der Klinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum des Saarlandes. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle .

Diese ersten Erkenntnisse zu akuten Folgen des Konsums von Energydrinks sollen in weiteren Studien ausgebaut und vor allem auch mögliche langfristige Auswirkungen untersucht werden.

Koffein ist ein zentraler Aspekt in den wissenschaftlichen Studien zu den Inhaltsstoffen von Energydrinks. Es ist auch Bestandteil von Kaffee, doch es gibt Unterschiede. Der schlechte Ruf des bohnenbasierten Wachmachers für unsere Herzgesundheit ist längst rehabilitiert.

Moderater Konsum von Kaffee hat keine nachteiligen Wirkungen auf unser Herz-Kreislauf-System. Das Koffein regt nur kurzfristig Blutdruck und Herzfrequenz an. In Energydrinks ist das Koffein künstlich mit Zusätzen wie Taurin oder Guarana kombiniert. Stimulanzien wie Guarana könnten das Herz-Kreislauf-System parallel stimulieren und durch einen sogenannten Kombinationseffekt für höhere Belastungen sorgen. Die Erforschung der Wirkweisen einzelner Inhaltsstoffe wird in Zukunft ein wichtiger Schritt für die abschließende Beurteilung von Energydrinks sein.

Auch die Trinkgeschwindigkeit und somit die Konsummenge spielen eine Rolle hinsichtlich der Auswirkungen von Koffein auf unsere Gesundheit. In der Regel wird Kaffee langsamer konsumiert, während Energydrinks teilweise in großen Mengen in kurzer Zeit aufgenommen werden.

Auch Kinder und Jugendliche konsumieren regelmäßig Energydrinks laut neuerer Erhebungen, beispielsweise von forsa für foodwatch oder im Rahmen des Kindergesundheitsatlasses der AOK.

Die Educate-Studie hat die kardiovaskulären Auswirkungen dieses Konsums untersucht. Insbesondere der akute und exzessive Konsum von Energydrinks ging bei der jungen Zielgruppe mit einem gesteigerten Auftreten von teils schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen einher. Dieser Effekt verstärkt sich möglicherweise mit einer kardialen Vorerkrankung bei Kindern und Jugendlichen, dem Konsum von Alkohol oder auch Medikamenten sowie mentaler oder sportlicher Belastung.

Eine ähnliche Empfehlung gilt für Schwangere, die auf den Konsum verzichten sollten. Zu vermeiden ist nach aktueller Studienlage auch die Kombination von sportlicher Aktivität und dem Verzehr von Energydrinks. Wechselwirkungen mit Alkohol sind noch nicht vollständig erforscht, eine Verstärkung negativer Effekte auf die kardiovaskuläre Gesundheit gilt aber als wahrscheinlich.

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