Halten? Verkauf? Ausleihen? - Das sind die drei Boniface-Szenarien
Leverkusen – Die Liebe der Leverkusener Fans zu Victor Boniface (25) ist ungebrochen. Sie haben dem Nigerianer nicht vergessen, dass er einen großen Anteil am Double-Gewinn in der Saison 2023/24 hatte. Auch Sport-Boss Simon Rolfes (44) bekam „eine Gänsehaut“, als Boniface bei der Saisoneröffnung gegen den FC Sevilla am 8. August gefeiert wurde – kein anderer Bayer-Profi bekam mehr Beifall.
„Ich danke den Fans für ihre Unterstützung. Sie standen in guten und in schlechten Zeiten hinter mir. Das weiß ich wirklich sehr zu schätzen. Als Spieler brauchen wir diese Unterstützung, ich bin wirklich sehr glücklich darüber“, meint Boniface. Die schlechten Zeiten will der Torjäger endgültig hinter sich lassen. Boniface wurde in der vergangenen Saison nach Bremen ausgeliehen und erlebte ein Jahr voller Frust und Enttäuschungen. Anfang Januar unterzog er sich einer Knie-OP, die Bilder, die ihn als übergewichtigen Spieler im Trainingspullover von Werder zeigten, waren erschreckend.
Dass er wieder auf bessere Tage hoffen darf, liegt an seinem Eifer. Boniface hat in der Vorbereitung vier Wochen vor dem offiziellen Trainingsstart in Leverkusen losgelegt. Er arbeitete Kilos ab, sein Knie hält. Und er trifft wie früher – zuletzt beim 2:1 in Newcastle nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung.
► Szenario 1: Bayer hält den bulligen Angreifer, der noch drei Jahre unter Vertrag steht. Dann müsste Boniface wohl mit der Rolle als Joker klarkommen und es möglicherweise auch akzeptieren, nicht für die Europa League gemeldet zu werden.
► Szenario 2: ein Verkauf. Der Nigerianer hat einen Marktwert von fünf Mio. Euro.
Am liebsten würde Leverkusen Boniface behalten, weil der Klub weiter von seinen Qualitäten überzeugt ist. Auch als Spieler mit Kurzeinsätzen kann er eine Waffe sein, das Tor in Newcastle war der beste Beweis dafür.
Trainer Carles Martínez (42) fördert und fordert Boniface jeden Tag. Der Spanier sagt zu SPORT BILD: „Jeder kennt die Geschichte seiner schwierigen letzten zwei Jahre und vor allem die Verletzungen.“ Dazu kamen ein schwerer Autounfall als Beifahrer sowie die geplatzten Wechsel nach Saudi-Arabien (Al-Nassr) und Italien (AC Mailand).
Martínez: „Natürlich weiß jeder, was für ein Talent Boni hat. Er weiß, dass sein Knie in Ordnung ist, er trainieren und weiter an seiner Fitness arbeiten kann. Denn je besser seine Fitness wird, umso mehr kann Boni uns helfen.“
Dass er die komplette Vorbereitung absolvieren konnte, ist ein Fortschritt, an den im März oder April kaum zu denken war. Eine Entwicklung, die anderen Vereinen auch nicht entgangen sein dürfte. Leverkusens Bosse stehen in den nächsten Tagen vor einer brisanten Entscheidung.
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