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DFB-Spielerinnen ziehen weg: Warum die Fußball-Bundesliga so unattraktiv wird

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DFB-Spielerinnen ziehen weg: Warum die Fußball-Bundesliga so unattraktiv wird

"Ich habe ein großes Ziel: Ich möchte den Ballon d'Or gewinnen." An Selbstvertrauen mangelt es Lisa Baum nicht. Erst unmittelbar nach dieser Aussage im "Spielmacher"-Podcast von 360 Media gab die 19-Jährige ihr Debüt im DFB-Team, kam für eine Halbzeit im Testspiel gegen Australien am vergangenen Freitag zum Einsatz. Baums Weg im Fußball ist hoffentlich noch lang.

Doch schon jetzt ist deutlich, wo er hingeht: Weg aus der Bundesliga. Und das rasant. 2021 war sie als 15-Jährige zum Hamburger SV gewechselt, dann zog es sie im Sommer 2025 zu RB Leipzig - aber nur für eine Saison. Der Transfer der Außenstürmerin zum englischen Topklub FC Arsenal sorgte für große Aufruhr: 600.000 Euro ließ sich der Klub der Women's Super League (WSL) die Nachwuchsspielerin kosten - für ein paar Wochen ein Rekord im deutschen Fußball der Frauen, ehe Carlotta Wamser für 650.000 Euro von Bayer Leverkusen zu den Double-Siegerinnen von Manchester City wechselte.

Es ist ein gutes Zeichen, dass Deutsche das Interesse der ganz großen Klubs sicher haben. Es ist aber auch ein fatales Signal, dass die Bundesliga immer mehr dieser Spielerinnen verliert. Wie viele es sind, das zeigte sich auch bei den jüngsten Länderspielen gegen Australien (4:2) und Japan (2:1), bei denen Bundestrainer Christian Wück gleich zehn Legionärinnen im Kader hatte.

"Die Spielerinnen wechseln dem Geld hinterher. Wo die Topspielerinnen sind, finden die Spiele auf höchstem Niveau statt. Es ist der attraktive Fußball", analysierte Laura Freigang, Stürmerin von Eintracht Frankfurt, beim NDR. England hat besonders starke finanzielle Argumente und mit vielen hochgerüsteten Topklubs die wohl stärkste Liga. Das lockte allein in diesem Sommer mit Baum, Selina Cerci (ebenfalls Arsenal), Wamser, Nicole Anyomi (London City Lionesses) und Vivien Endemann (FC Liverpool) fünf Nationalspielerinnen auf die Insel.

Zudem erklärte Baum: "Wir haben in London fast die gleichen Bedingungen wie bei den Männern. Ich bin froh, die Erfahrung zu sammeln - und einfach froh, dort zu sein." Auch die USA und Topklubs in Frankreich - wo Jule Brand bei OL Lyonnes kickt - und Spanien machen gute Angebote und liefern gute Trainingsbedingungen.

Superreich werden die meisten mit dem Fußball nicht, doch auch hier ist das Ausland der Bundesliga voraus. Auf ein Mindestgrundgehalt konnte sich die Liga bislang nicht verständigen. Zuletzt waren 3000 Euro im Gespräch - die knapp ein Drittel der Liga-Spielerinnen laut des DFB in dieser Saison nicht mal erhält. Das Durchschnittsgehalt lag in der Saison 2024/25 derweil bei 4500 Euro monatlich (54.000 Euro pro Jahr) - die Topspielerinnen sorgen also für große Ausreißer.

Die WSL verpflichtete sich in der vergangenen Saison zu einem Mindestjahresgehalt von 40.000 Pfund (rund 47.000 Euro), das Durchschnittsgehalt beträgt in dieser Saison laut Footy Stats aber mehr als 90.000 Euro. In der US-Liga NWSL gibt es ein Mindestgehalt von rund 48.500 US-Dollar (43.000 Euro), das bis 2030 auf 82.500 US-Dollar (gut 73.000 Euro) verpflichtend angehoben wird.

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