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Gesundheit

Ab 50: „Drei Monate Bewegung könnten ausreichen, um die Stimmung deutlich zu verbessern“

Focus Online Gesundheit ·
Ab 50: „Drei Monate Bewegung könnten ausreichen, um die Stimmung deutlich zu verbessern“

Schon drei Monate regelmäßiger Sport können die Stimmung verbessern. Beim Gedächtnis fällt das Ergebnis dagegen deutlich nüchterner aus: In einer neuen Studie mit gesunden Menschen mittleren Alters brachte das Training nach zwölf Wochen keinen messbaren Vorteil.

Forscher des King’s College London untersuchten dafür 52 Erwachsene zwischen 45 und 65 Jahren. Im Durchschnitt waren die Teilnehmer 55 Jahre alt. Alle waren gesund und hatten sich vor Beginn der Untersuchung vergleichsweise wenig bewegt.

27 Teilnehmer kamen in die Trainingsgruppe, 25 in die Kontrollgruppe. Die Sportgruppe trainierte zwölf Wochen lang dreimal pro Woche. Das Programm kombinierte Ausdauer- und Krafttraining. Die Teilnehmer hielten sich vergleichsweise konsequent daran und absolvierten im Durchschnitt 86 Prozent der vorgesehenen Einheiten.

Nach drei Monaten gingen depressive Symptome in der Trainingsgruppe stärker zurück als in der Kontrollgruppe. Gemessen wurden sie mit dem PHQ-9-Fragebogen.

Die Teilnehmer waren allerdings nicht depressiv. Schon zu Beginn lagen ihre Werte überwiegend im Bereich minimaler Symptome. Der Effekt ist deshalb eher als Verbesserung des psychischen Wohlbefindens zu verstehen und nicht als Nachweis einer Therapie gegen Depressionen.

„Schon drei Monate Bewegung könnten ausreichen, um die Stimmung deutlich zu verbessern, selbst bei gesunden Menschen ohne depressive Symptome“, sagt Erstautor Sahand Farmand vom King’s College London.

Beim wichtigsten Gedächtnistest der Untersuchung sah das Ergebnis anders aus. Die Forscher prüften die sogenannte Pattern Separation. Diese Fähigkeit hilft dem Gehirn, sehr ähnliche Erinnerungen oder Eindrücke auseinanderzuhalten.

Die Teilnehmer sahen beispielsweise Gegenstände und mussten später unterscheiden, ob sie ein Bild bereits gesehen hatten oder ob es einem bekannten Gegenstand lediglich ähnelte. Diese Leistung hängt eng mit dem Hippocampus zusammen, einer Hirnregion, die für Lernen und Gedächtnis wichtig ist.

Zwischen Sport– und Kontrollgruppe zeigte sich nach den zwölf Wochen jedoch kein statistisch signifikanter Unterschied. Auch bei weiteren Tests des Gedächtnisses und der allgemeinen kognitiven Leistung fanden die Wissenschaftler keinen Vorteil des Trainings .

Farmand hält es für möglich, dass drei Monate dafür schlicht zu kurz sind. Frühere Untersuchungen fanden Veränderungen des Hippocampus und der Gedächtnisleistung teilweise erst nach sechs bis zwölf Monaten Training. Auch der Wachstumsfaktor BDNF, der mit der Anpassungsfähigkeit des Gehirns verbunden ist, veränderte sich in der neuen Untersuchung nicht messbar.

Für den ungewöhnlichsten Teil des Experiments nahmen die Forscher Blutserum der Teilnehmer und gaben es zu menschlichen Hippocampus-Vorläuferzellen im Labor. Damit wollten sie untersuchen, ob Stoffe im Blut nach regelmäßigem Training das Verhalten dieser Zellen beeinflussen.

Das Ergebnis lief zunächst gegen die Erwartung: Nach Kontakt mit dem Serum der Sportgruppe befanden sich weniger Zellen in einem aktiven Teilungszustand. Der Anteil der mit dem Teilungsmarker Ki67 gekennzeichneten Zellen sank.

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