Dresdens DFB-Pokal-Spezialisten - Irre! Ein Dynamo stand schon im Finale
Für Dynamo Dresden beginnt am Sonntag (15.30 Uhr) bei Regionalligist Westfalia Rhynern das diesjährige Abenteuer DFB-Pokal. Die Fans des Zweitligisten träumen natürlich mal von einer langen Reise - zumal die SGD drei echte Pokal-Spezialisten hat.
Da kommt man zwangsläufig auf Torwart Tim Schreiber (24) und Lukas Boeder (29) zu sprechen, die 2024 mit Drittligist Saarbrücken sensationell bis ins Halbfinale einzogen. Was kaum einer weiß: Rausgekegelt wurden sie damals von einem jetzigen Teamkollegen. Dynamo-Neuzugang Tobias Raschl (26) stand im Kader von Kaiserslautern, das Saarbrücken 2:0 besiegte.
Der Mittelfeldmann grinst nun im BILD-Gespräch: „Es war ein Riesenspiel für uns, ein Derby und wir haben ihnen gezeigt, wie man weiterkommt.“ Schreiber frotzelt: „Das habe ich verdrängt.“ Dann meint der Keeper: „Für Lautern war's toll. Es war trotzdem ein Moment in meiner Karriere, der mir sehr viel gegeben hat, weil es ein langer und emotionaler Weg mit Saarbrücken war. So schnell kann es gehen, vom Helden zum Depp zu werden. Das hat mir als Torwart viel Erfahrung mitgegeben.“
Denn Schreiber, der zuvor im gesamten Wettbewerb als sicherer Rückhalt glänzte, rutschte plötzlich ein Kopfball von Marlon Ritter (53.) durch die Beine. Raschl saß an diesem Tag zwar 90 Minuten auf der Bank. Verrückt: Im Endspiel gegen Leverkusen (0:1) durfte er aber 83 Minuten auf dem Platz für den Griff an den goldenen Pott kämpfen.
„Definitiv war das DFB-Pokal-Finale das Größte, was ich erlebt habe. Das Highlight meiner Karriere. Dass wir es so knapp verloren haben, macht es eigentlich umso ärgerlicher“, gesteht Raschl. Zumal nur ein einziger Traumtor-Knaller von Granit Xhaka aus 25 Metern den Unterschied bedeutete.
Doch was ist das Rezept für so einen Wunder-Marsch? Raschl: „Du darfst dich wirklich nur aufs nächste Spiel fokussieren, und diese Runde zu meistern. Dann wartest du auf die Auslosung und bereitest dich auf den nächsten Gegner vor. Jedes Spiel musst du alles raushauen.“
Klingt einfach, ist es allerdings nicht. Denn Schreiber weiß: „Da passiert immer etwas Vogelwildes in der ersten Runde.“ Seine Erklärung: „Jede Liga hat ihren eigenen Spielstil. Wir dachten schon, dass die Bundesligisten mit unserer Drittliga-Härte nicht so zurechtkamen und die Bedingungen des Platzes in Saarbrücken waren gelinde gesagt feucht-fröhlich. Dazu haben wir viel Kampf und Emotionen an den Tag gelegt.“
Deshalb muss Dynamo Dresden beim Gastspiel in Münster gegen Rhynern laut dem Torhüter auf alles vorbereitet sein. „2. Liga ist auch etwas anderes als Regionalliga West, das müssen wir annehmen und das Spiel dominieren. Dann werden wir gut reinfinden und der Gegner weniger“, schildert es Schreiber. Gerade mit schnellen Ballbesitzpassagen kann eine höherklassige Mannschaft das Spieltempo anziehen und die Entwicklung am besten steuern. „Wenn du in Rückstand gerätst, hast du auf einmal ein offenes Spiel. So weit wollen wir es nicht kommen lassen“, fügt der gebürtige Freitaler an.
Entscheidend dafür ist vielleicht ein mentaler Kniff. Schreiber: „Ich würde so reingehen, dass wir trotzdem nichts zu verlieren haben. Wenn man das denkt, verkrampft man schnell.
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