Geheime Überwachung - So liest der Zoll verschlüsselte WhatsApp‑Chats mit
Dass diese Möglichkeit tatsächlich genutzt wird, zeigen interne Unterlagen des Zollkriminalamts. Wie Netzpolitik.org berichtet, testete die Behörde die sogenannte Messenger-Überwachung seit Ende 2023 und führte sie zum 1. August 2025 dauerhaft ein. Seitdem steht die Methode den Ermittlungseinheiten des Zolls zur Verfügung – vor allem bei Verfahren gegen organisierte Kriminalität.
Ist der zusätzliche Zugang einmal eingerichtet, können darüber neue Nachrichten im Klartext mitgelesen werden. Je nach Messenger werden zudem ältere Chatverläufe synchronisiert. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt dabei bestehen: Das gekoppelte Gerät wird vom Messenger als berechtigter Zugang behandelt.
Genau das können die normalen Web- und Desktop-Zugänge der Anbieter nicht garantieren. Sie können auch ältere Nachrichten und Kontaktlisten übertragen. Technisch wäre es sogar möglich, im Namen der Zielperson Nachrichten zu verschicken. Der Bayreuther IT-Strafrechtler Prof. Dr. Christian Rückert hält den Einsatz solcher Anbieter-Tools deshalb für nicht zulässig.
Besonders brisant: Noch am 20. Februar 2026 stützte sich das Zollkriminalamt auf einen Beschluss eines BGH-Ermittlungsrichters von 2020 – obwohl der Bundesgerichtshof einen Monat zuvor ausdrücklich entschieden hatte, dieser Rechtsauffassung sei nicht zu folgen. Wie oft der Zoll die Methode bislang eingesetzt hat, bleibt offen.
Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.