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Schulden machen immer teurer - In den USA ist die Zeit des billigen Geldes vorbei

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Schulden machen immer teurer - In den USA ist die Zeit des billigen Geldes vorbei

New York/Frankfurt – Alarm an den Finanzmärkten weltweit: Die Zinsen für Staatsanleihen steigen rasant – von Japan über Europa bis in die USA. In einigen Ländern erreichen sie den höchsten Stand seit Jahrzehnten. Besonders in den USA wächst die Nervosität der Anleger, der Ausverkauf von Staatsanleihen hat sich zu Wochenbeginn noch beschleunigt. Die Folge: Staaten, Unternehmen und Verbraucher müssen für neue Kredite deutlich mehr zahlen. Gleichzeitig geraten auch die Aktienmärkte zunehmend unter Druck.

Für US-Präsident Donald Trump (80) ist das Finanzbeben ein herber Rückschlag. Seit seinem Amtsantritt drängt er auf Zinssenkungen, um Wirtschaft und Immobilienmarkt anzukurbeln. Doch zum jüngsten Finanzdrama hat Trump selbst kräftig beigetragen: Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise. Nach erneuten Luftschlägen der US-Streitkräfte lag der Preis für Brent-Öl am Mittwoch bei mehr als 93 Dollar pro Barrel. Seit Kriegsbeginn verteuerte sich Öl um rund 30 Prozent. Die Folge: hartnäckiger Inflationsdruck.

Hinzu kommt eine zweite gefährliche Entwicklung: das massive Schuldenmachen führender Industrienationen. In den USA durchbrach die Staatsverschuldung gerade die Marke von 40 Billionen Dollar – mehr als 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Dagegen wirkt Deutschland mit rund 2,9 Billionen Euro Schulden und 64 Prozent des BIP wie ein fiskalischer Musterschüler. Doch auch hierzulande erreichten die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen Niveaus wie zuletzt 2011.

In den USA kommt ein weiterer Faktor hinzu: Tech-Konzerne finanzieren Investitionen in KI-Infrastruktur und Rechenzentren in Höhe von 220 Milliarden Dollar ebenfalls über Anleihen. Das enorme zusätzliche Angebot an Unternehmensanleihen konkurriert mit US-Staatsanleihen um Anlegerkapital und vergrößert damit den Druck auf deren Kurse. Angesichts der bedrohlichen Lage hatte US-Finanzminister Scott Bessent (64) zuletzt mit Rückkäufen von Bonds interveniert. Doch die Wirkung verpuffte.

Das Grundproblem: Anleger vermissen bei vielen Regierungen glaubwürdige Konzepte, um Defizite und Schuldenberge einzudämmen. Die Epoche des „billigen Geldes“ für hemmungsloses Schuldenmachen könnte damit endgültig vorbei sein. Der deutsche Wikifolio-Händler Torsten Maus sieht aber noch keine klassische Bond-Krise: „Der Markt verlangt aktuell schlicht eine höhere Risikoprämie für Inflation, Energiepreise und Staatsverschuldung – für Deutschland ist das kurzfristig verkraftbar, mittelfristig aber ein klarer Gegenwind!“

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