Handball-Hammer - Frankreich schafft Unentschieden ab
Da hat sich der französische Handballverband was ganz Besonderes ausgedacht. Freitag startet im Nachbarland die 2. Liga (LNH Proligue), nach Ablauf der 60 Spielminuten spielen eventuelle Gleichstände auf der Anzeigetafel keine große Rolle mehr.
Steht es nach 60 Minuten unentschieden, bekommt jedes der beiden Teams jeweils einen Punkt. Im Anschluss entscheidet ein Siebenmeterwerfen, welche Mannschaft sich den Zusatzpunkt holt. Die neue Regelung gilt nur während der regulären Saison der 16er-Liga, in der nur der Abschluss-Erste direkt aufsteigt. Die Klubs auf den Rängen 2 bis 9 bestreiten Aufstiegs-Playoff, beginnend mit einem Viertelfinale. Dort greift die Neuerung nicht.
Ob sich die Neuregelung in Frankreich flächendeckend durchsetzt, ist offen. Kurios ist allerdings, dass es in Frankreichs 2. Liga letzte Saison gar nicht so extrem viele Unentschieden gab. Die meisten Remis-Ausgänge erzielte US Ivry (4). Mengenmäßig sieht es in der Opel Handball-Bundesliga da schon ganz anders aus.
In der vergangenen Spielzeit hatten der THW Kiel und der TVB Stuttgart am Ende je acht Unentschieden eingespielt. Vor 20 Jahren erzielte HBW Balingen-Weilstetten in der Spielzeit 2006/07 als Ranglistenanführer lediglich vier Unentschieden. Zehn Jahre später (2016/17) beendeten die Füchse Berlin und der SC Magdeburg die Saison mit je fünf Remis.
BILD hakte bei deutschen Handball-Bossen nach. Christoph Schindler (43), Geschäftsführer des VfL Gummersbach und in der Liga als Klartexter bekannt: „Ich bin grundsätzlich ein Freund der Sport-Ligen in den USA, in deren Spielen es immer einen Sieger geben muss. Ob eine Abschaffung des Unentschiedens in Deutschland umsetzbar ist, müsste man sehen.“
Eine Gegenstimme kommt von der TSV Hannover-Burgdorf. Sportchef und TV-Experte Sven-Sören Christophersen (41): „Ich finde den Handball gut, so wie er ist.“
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