Tahsim Durgun: „Deutschland hat Angst“
Tahsim Durgun reist in seinem neuen Film mit seiner kurdischen Tante durch Deutschland.
Wie geht es diesem Land gerade? Ein Gespräch über die AfD, Klischees und Zugehörigkeit Herr Durgun, Sie sind für Ihren neuen Film mit Ihrer kurdischen Tante Zeynep durch Deutschland gereist.
Im vergangenen Jahr schrieben Sie noch, Deutschland befinde sich in einer „beunruhigenden Zerrissenheit“.
Wie haben Sie das jetzt auf Ihrer Reise erlebt? Tahsim Durgun: Diese Zerrissenheit war politisch gemeint.
Wäre Deutschland ein Mensch, dann blickt das Land gerade in den Spiegel und weiß nicht, was es sein möchte.
Gerade beim Thema Migration gibt es viel Unzufriedenheit.
Das habe ich durchaus auf unserer Reise gespürt.
Zum Beispiel? Etwa in Bayern .
Ich war im Zuge der Dreharbeiten das erste Mal dort und bin mit meiner Tante durch die Natur am Schliersee gewatschelt, was mich begeistert hat.
Dort ist uns niemand begegnet, der aussah wie ich oder meine Tante.
Dementsprechend wurden wir erst mal mit Skepsis begutachtet.
Es gab in der Seilbahngondel leider auch unschöne Begegnungen.
Aber wenn man sich dann abends im Wirtshaus mit den Leuten zusammengesetzt hat und sie meinen Witz oder den meiner Tante mitbekommen haben, war diese Skepsis komplett weg.
Da habe ich gelernt: Deutschland hat Angst.
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