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Zoff um Ontario-See - Dieser Tech-Boss lässt Trump absaufen

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Zoff um Ontario-See - Dieser Tech-Boss lässt Trump absaufen

Washington – Jetzt tobt in den USA sogar ein Kartenkrieg! Aus Ärger über Kanadas Widerstand im Handelsstreit hat US-Präsident Donald Trump den Ontario-See per Dekret umbenannt. Statt Ontario-See soll das Gewässer nun „Amerikasee“ heißen – obwohl an seinem Ufer die kanadische Millionenstadt Toronto liegt.

Während viele Kanadier den rachsüchtigen Schritt eher als Realsatire verspotteten, gerieten US-Kartendienste seitens der Trump-Regierung unter Druck: Google und dann auch Apple hatten offenbar keine Lust auf Ärger mit dem Weißen Haus und setzten die bizarre Änderung tatsächlich um. Doch ein weiteres Unternehmen weigerte sich: MapQuest, ein früherer Pionier bei Digitalkarten, bezeichnet den Riesensee weiter als „Lake Ontario“.

Das Bemerkenswerte: Die Karten-Rebellen wurden prompt belohnt – und zwar mit zahlreichen Neukunden: Der Navigationsdienst liegt jetzt bei App-Downloads weit vor Apple und Google. 80.000 Menschen luden den Dienst innerhalb weniger Stunden auf ihre Smartphones. Der Gebrauch sei um das 50-Fache gestiegen, teilte die Firma mit.

Hinter dem Aufstand steht ein Tech-Boss, der die Konfrontation mit Trump offenbar nicht scheut: Michael Blend (58) ist Chef der MapQuest-Mutterfirma System1 – und er macht kein Hehl daraus, dass er lieber die Demokraten unterstützt! Der Manager schickte etwa einen Scheck über 5000 Dollar an Ex-Vizepräsidentin Kamala Harris (61), als sie 2024 gegen Trump kandidierte. Und er spendete auch 500 Dollar für die demokratische Spendenplattform ActBlue.

Der Generalmanager von MapQuest, Doug Berger, hielt ebenso nicht hinterm Berg. Er verkündete in den sozialen Medien: „Wir werden den Namen nicht ändern!“ Mit einem Schuss Häme wurde Trump sogar provoziert: In der Stellungnahme war in Großbuchstaben von einer „Big Beautiful Map“ die Rede, einer Anspielung auf Trumps frühere „Truth Social“-Posts. Erklärt wurde auch, dass MapQuest Namen verwende, „die Menschen vertraut sind“.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich MapQuest gegen Trump auflehnt: Als im Vorjahr der Golf von Mexiko in den Golf von America umbenannt wurde, blieb der Kartendienst ebenfalls beim alten Namen. Das Unternehmen baute sogar ein satirisches Online-Tool, mit dem Nutzer dem Golf ihre eigenen Namen geben konnten.

Die jetzige Trump-Rebellion ist jedenfalls Gold beim Marketing: Der Kartendienst war in den 1990er Jahren noch führend und wurde 2000 von AOL um 1,1 Milliarden Dollar gekauft. Heute ist MapQuest eher ein Winzling – verglichen mit vor allem Googles zwei Milliarden monatlichen Nutzern. Sieht so aus, als habe Trump den Kartendienst zumindest kurzfristig unabsichtlich „great“ gemacht.

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