Trotz fehlender Einsatzzeit - Diesen Profi lässt Dynamo nicht ziehen
Er gilt als riesiges Talent und sorgte während seiner Leihe in der 3. Liga bei Alemannia Aachen für Aufsehen. Doch bei Dynamo Dresden konnte Jonas Oehmichen (22) den Schwung nicht mit in die Zweitliga-Saison nehmen.
In den ersten beiden Spielen saß das Eigengewächs 90 Minuten draußen. Überraschend war vor allem, dass Trainer Thomas Stamm (43) ihm zweimal Nils Fröling (26) als Einwechselspieler vorzog. Der Schwede ist schließlich nicht gerade dafür bekannt, dass er Bäume rausreißt.
Grundsätzlich könnten deshalb nun die Wechselspekulationen um Oehmichen Fahrt aufnehmen. Aber dem ist nicht so. Wie BILD erfuhr, lehnt Sportdirektor Sören Gonther (39) einen schnellen Abschied des jungen Kickers ab und würde ihn weiterhin auch bei Angeboten in diesem Sommer nicht ziehen lassen.
Beim Trainingsauftakt Ende Juni meinte Gonther: „Wir haben keine 28 Feldspieler im Kader. Da kann jeder sehen, dass wir voll darauf setzen, dass Oehmi seinen Weg bei uns fortsetzt und sein Potenzial abruft, um sich auch in der zweiten Liga durchzusetzen.“
Heißt: Der flexible Mittelfeldmann soll sich jetzt im Konkurrenzkampf festbeißen, Geduld aufbringen und auf seine Chance lauern. Denn der Leistungsunterschied zur 3. Liga ist ohnehin so immens, dass Oehmichen sich früher oder später ohnehin im Bundesliga-Unterhaus behaupten muss. Das geht nicht immer von heute auf morgen!
Aber Fragezeichen gibt es nach wie vor bei der richtigen Position für ihn. In Aachen hatte der Jung-Star in einem Dreierketten-System als Schienenspieler auf links mehr von hinten heraus die Fäden gezogen. Genauso hatte Oehmichen auf der Doppel-Sechs den Spielgestalter gegeben. Dort hat er im Zentrum mit Niklas Hauptmann, Robert Wagner und Nicolai Rapp in Dresden zu viel Konkurrenz.
Auffällig: Der Fall Oehmichen erinnert ein bisschen ein Mika Baur (22). Der Leihspieler von Paderborn hatte ein ähnliches Profil, tat sich im Spielsystem von Dynamo aber nicht so leicht und explodierte später in Ostwestfalen dennoch.
Gonther ist überzeugt, dass Oehmichen, wenn er dran bleibt, sich aufdrängen wird. Früher oder später könnte Trainer Stamm dann den richtigen Platz für ihn finden. Für Dynamo Dresden wäre dies auch wirtschaftlich sinnvoll, da der Marktwert steigen würde und die Sachsen bei einem späteren Transfer deutlich besser verdienen könnten oder aber selbst von der Entwicklung profitieren.
Im Profifußball geht es manchmal schnell. Vielleicht kriegt das SGD-Juwel ja schon am Sonntag (15.30 Uhr) im DFB-Pokal bei West-Regionalligist Westfalia Rhynern eine Bewährungschance als Joker. Geschenke wird's aber auch dort keine geben, weder beim Weiterkommen - noch bei Einsatzzeiten.
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