220 Mitarbeiter gekündigt - Papierfabrik macht dicht
Baiersbronn – Bittere Nachricht aus dem Schwarzwald: Das Aus der Papierfabrik ist beschlossene Sache. Im Juni hatte der Verpackungshersteller nach etwa 75 Jahren Insolvenz angemeldet, die Produktion lief jedoch weiter. Jetzt steht fest, dass der Betrieb eingestellt wird. Alle 220 Mitarbeiter werden gekündigt und müssen sich neue Jobs suchen.
Die Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH produziert vor allem sogenannte Faltschachtelkartons für Kunden aus der Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie. Zuletzt hatte das Unternehmen noch einen Jahresumsatz von 80 Millionen Euro gemacht.
Dann der Schock für die Belegschaft: Die Papierfabrik hat beim Amtsgericht Rottweil einen Insolvenzantrag gestellt . Löhne und Gehälter wurden bis August über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Schnell war klar, dass ein Investor hermuss.
Hohe Produktions- und Energiekosten waren für das Unternehmen aus Baden-Württemberg nicht mehr zu stemmen. Auch Aufträge hatte es zuletzt zu wenige gegeben. Zunächst hatte der Betrieb selbst versucht, die Produktionskosten zu senken – ohne Erfolg.
Insolvenzverwalter Dr. Plathner verkündete im Juni, man wolle zeitnah einen Investor finden, um die Arbeitsplätze zu retten und den Betrieb nach der Insolvenz am Laufen zu halten. Am 25. August hieß es in einer Pressemitteilung: „Die für die Umsetzung der Transaktion erforderliche Finanzierung konnte bislang seitens des Investors noch nicht sichergestellt werden.“
Nur wenige Tage später, am 27. August, kam die traurige Gewissheit: „Leider haben sich die Hoffnungen auf einen erfolgreichen Abschluss des laufenden Investorenprozesses nicht erfüllt. Der potenzielle Investor hat mitgeteilt, die geplante Transaktion nicht weiterzuverfolgen.“ Die dreimonatige Frist zur Erstellung eines Sanierungsplans lief am 31. August ab.
Laut SWR arbeiten die Mitarbeiter noch bis zum 7. September in der Produktion des Verpackungsherstellers – die restlichen Aufträge würden noch erfüllt, das Material verbraucht. Danach sei für immer Schluss. Ein Gemeindesprecher sagte dem SWR, man wolle die 220 Beschäftigten dabei unterstützen, neue Jobs in der Region zu finden.
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