Trotzdem darf er bei Luftwaffe arbeiten - Bundeswehr-Offizier filmte Stieftöchter beim Duschen
Berlin – Wieder ein brisanter Skandal bei der Bundeswehr: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) ermittelt seit November 2024 gegen einen Oberstleutnant. Er soll die minderjährigen Töchter seiner damaligen Lebensgefährtin und weitere Minderjährige heimlich beim Duschen und Baden gefilmt haben. Obwohl er aufflog und die Bundeswehr davon erfuhr, durfte er weiterarbeiten.
Konsequenzen hat sein mutmaßlich pädokriminelles Verhalten bislang nicht. Im Gegenteil: Der Offizier der Luftwaffe soll in der operativen Führung tätig sein. Zur mutmaßlichen Tatzeit arbeitete der Pilot als Ausbildungsdirektor. Das ergaben Recherchen von WELT am Sonntag (WamS) und Business Insider (gehören wie BILD zu Axel Springer).
Vertraulichen Dokumenten und Chatnachrichten zufolge sollen die Vorwürfe spätestens seit Dezember 2025 dem Verteidigungsministerium bekannt sein. Die Bundeswehrspitze habe bereits deutlich früher Bescheid gewusst. Denn die Ex-Lebensgefährtin des Beschuldigten ist ebenfalls Soldatin. Sie entdeckte den Berichten zufolge im November 2024 im Bad eine in einer Kunstpflanze versteckte Überwachungskamera – ausgerichtet auf Dusche, Badewanne und Waschbecken. Das Paar hatte damals bereits seit fünfeinhalb Jahren gemeinsam in einem Haus nahe Berlin gelebt. Die Frau schmiss den Offizier raus. Die Kamera sowie weitere Datenträger habe er „hektisch“ mitgenommen.
Laut WamS gestand der Offizier die Taten. In einem Chatverlauf beschreibt er sich als „pornosüchtig“. Die Kamera habe mindestens zehn Monate im Bad gestanden. Die Töchter seiner Lebensgefährtin waren da 14 und 17 Jahre alt. Bei regelmäßigen Besuchen von Freunden sollen noch jüngere Mädchen im Haus gewesen sein. Nach Polizeiangaben liegen vier Anzeigen vor.
Der Offizier war vorübergehend vom Dienst entbunden worden, sei aber nach einer Reha im Operativen Führungskommando der Bundeswehr tätig. Dort verfüge er über eine sogenannte Sicherheitsüberprüfung Ü2, hätte damit Zugang zu Informationen, die als „geheim“ eingestuft sind. Ein Sicherheitsrisiko: Private Verfehlungen machen Geheimnisträger für fremde Geheimdienste erpressbar.
Der Beschuldigte wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Eine Sprecherin von Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) teilte allgemein mit, dass die Bundeswehr „sexualisiertem Fehlverhalten in jeder Form mit einer Null-Toleranz-Linie begegnet“.
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