Cem Özdemir: Özdemir Breaking Bad
Cem Özdemir ballt die linke Faust. Sie fährt auf und ab, er federt in den Knien, der ganze Mann vibriert auf dem kleinen Podium, das die Grünen auf dem Marktplatz von Wernigerode im Harz aufgestellt haben. Er brüllt nicht, kommt zwischendurch mal zur Ruhe, aber dann lässt er die Stimme doch anrollen wie ein Sommergewitter. Die rechte Hand hat das Mikro gepackt, aber mit dem linken Arm fährt er durch die Luft: rauf bei Sachsen, runter bei Anhalt, rauf bei deutschnational, runter bei völkisch.
Özdemir kündigt zwischendurch noch an, er werde jetzt wieder diplomatisch zurückhaltend agieren. Aber kurz darauf donnert er los: »Wählen Sie diejenigen, die für Sachsen-Anhalt sind und dieses wunderschöne Bundesland nicht zu einem Vorort von Moskau machen wollen! Wählen Sie diejenigen, die sagen: In Sachsen-Anhalt wird entschieden, was in Sachsen-Anhalt passiert. Und der nächste Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt bekommt seine Befehle von keinem Diktator. Sondern ausschließlich von den Wählerinnen und Wählern in Sachsen-Anhalt!«
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