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Frankreich: Schwere Krawalle bei Protesten

Der Spiegel ·
Frankreich: Schwere Krawalle bei Protesten

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den Verantwortlichen für die schweren Ausschreitungen bei den landesweiten Demonstrationen mit Konsequenzen gedroht. »In unserer Republik ist kein Platz für Gewalt«, sagte Macron am Samstagabend. »Diejenigen, die sowohl Präfekturen als auch Geschäfte zerstört und angegriffen sowie sogar unsere Rathäuser geplündert haben, werden strafrechtlich verfolgt und bestraft.«

Den Ordnungskräften, die das Demonstrationsrecht gewährleisteten, versichere er die Unterstützung der Nation, schrieb Macron auf X. »Wir werden gemeinsam gegen die Unruhestifter vorgehen, die nur darauf aus sind, unsere Institutionen zu untergraben und diejenigen daran zu hindern, ihre Forderungen friedlich zu äußern.«

Aucune place pour la violence dans notre République. Ceux qui ont cassé, attaqué les préfectures comme les commerces, pillé jusqu’à nos mairies, seront poursuivis et punis. Aux forces de l’ordre, garantes du droit à manifester, je dis le soutien de la Nation. Nous ferons tous…

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An den Protesten und Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten beteiligten sich nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez landesweit 550.000 Menschen, darunter 110.000 in Paris. Sowohl in der Hauptstadt als auch vielen anderen großen Städten kam es zu Plünderungen, Brandstiftungen und massiven Sachbeschädigungen. Vermummte Randalierer, die laut Innenminister aus dem linksextremen Spektrum kommen, griffen Rathäuser, Polizeistationen und andere staatliche Gebäude an. 400 Menschen wurden festgenommen und 60 Polizisten verletzt.

In Marseille an der Mittelmeerküste drangen Dutzende Menschen in die Eingangshalle des Rathauses ein. »Es ist Revolution! Wir stürmen die Bastille«, riefen die Demonstranten, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. In der Innenstadt wurden Dutzende Geschäfte geplündert. In Lille im Norden brachen Demonstranten mehrere Eingänge des Rathauses auf und verwüsteten einige Räume.

In Lyon ging ein Tourismusbüro in Flammen auf, rund 40 Menschen versuchten nach Behördenangaben, den Verkehr auf einer Brücke zu blockieren. Nahe der Universität trieb die Polizei rund 300 Demonstranten mit Tränengas auseinander. In Saint-Étienne verlor ein Demonstrant durch eine Polizeigranate eine Hand. Bereits in der vergangenen Woche hatte ein 15-Jähriger seine linke Hand verloren , als vor seiner Schule in Lens eine Blendgranate explodiert war.

In Paris versammelten sich am Platz der Republik am Nachmittag die Menschen zu einer Großdemonstration. Einige zündeten dabei Feuerwerkskörper. Viele Teilnehmer waren schwarz gekleidet und vermummt. Die Polizei setzte mehrmals Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Menge auseinanderzutreiben. Dennoch setzte sich der Protestzug durch die Hauptstadt in Bewegung.

Die Regierung kam am Abend zu einer Krisensitzung zusammen.

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