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Trumps Top-Agent in Moskau - Sollte der Geheimflug gar nicht geheim bleiben?

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Trumps Top-Agent in Moskau - Sollte der Geheimflug gar nicht geheim bleiben?

Washington (USA) – Geheimdienste arbeiten für gewöhnlich im Verborgenen. Doch der Besuch von CIA-Chef John Ratcliffe am Dienstag in Moskau war alles andere als diskret. Besonders eine Frage beschäftigt Beobachter: Warum flog Trumps Top-Agent ausgerechnet mit einer riesigen Boeing C-17 Globemaster zum Treffen im Kreml? Dadurch musste die Mission fast zwangsläufig bekannt werden. Die Vermutung: Die Wahl der Militärmaschine geschah bewusst – auch als Botschaft an die Nato.

Klar ist: Hätte Ratcliffe unbemerkt nach Russland einreisen wollen, wäre er nicht in einen militärischen Giganten gestiegen, dessen Flugroute sich auf Flugdaten-Portalen praktisch in Echtzeit verfolgen lässt. Trump s früherer Sicherheitsberater John Bolton (77) bezeichnete die Wahl der C-17 als bemerkenswert. „Normalerweise steigt man in ein kleines Gulfstream-Flugzeug, das weiß lackiert ist und nur Nummern am Heck trägt. Man fliegt ein, und niemand weiß, wer es ist“, erklärte Bolton im Youtube-Podcast „The Trump Report“.

Zwar reiste auch der frühere CIA-Chef John Brennan (70) zweimal mit einer C-17 nach Moskau. Im Interview mit der Times erklärte er aber, dass solche Reisen für gewöhnlich vertraulich behandelt würden. Er vermutet sogar, dass Informationen über den Ratcliffe-Flug aus dem Weißen Haus selbst an die Presse geleakt worden sein könnten. Sollte die Reise also gar nicht geheim bleiben? Sollte sie ein Signal senden – an Putin UND an die Partner in Europa?

Militärexperte Nico Lange (51) erklärte auf X, der Besuch zeige, „dass die USA weiterhin bereit sind, Botschaften persönlich zu übermitteln“. Washington zeige Präsenz und „Fähigkeiten, über die Europa bislang nicht verfügt. Mit Autorität, die Europa bislang nicht besitzt“. Das führe zu der logischen Frage: „Wer in Europa hätte heute den Mut, die Entschlossenheit und die Erfahrung, um dem Kreml eine ebenso harte und unmissverständliche Botschaft zu überbringen?“

UND: Während viele europäische Verbündete auf maximale Distanz zum Kreml gehen, signalisiert eine derart sichtbare Mission, dass Washington den direkten Draht nach Moskau trotz der Spannungen infolge des Ukraine-Kriegs nicht kappen will. Nach dem Motto: „Wir reden weiterhin mit Putin. Auch wenn euch das vielleicht nicht gefällt.“

Vermutlich hatte die Wahl der C-17 aber auch einen praktischen Grund: Denn die Maschine kann sich selbst verteidigen. Sie verfügt über ein Infrarot-Abwehrsystem, Täuschkörper (Flares) und Radarstörstreifen, die übliche Regierungsmaschinen nicht besitzen. Spekuliert wird zudem über eine sogenannte Roll-On Conference Capsule an Bord – ein modernes Konferenz- und Führungsmodul, das einfach in den Frachtraum geladen werden kann. Der Effekt: Aus dem Transportflugzeug wird ein fliegender Hochsicherheits-Besprechungsraum.

Bemerkenswert: Offenbar trauten die Amerikaner der Sicherheit rund um Moskau so wenig, dass sie Kiew laut Medienberichten vorab darum baten, die Drohnenangriffe auf russischem Territorium während des Ratcliffe-Besuchs auszusetzen. All das machte den Flug zu auffällig, um ihn als gewöhnliche Geheimdienstreise abzutun. Oder ihn gar zu verschweigen, wie es der Kreml zunächst versuchte.

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