Bei Preußen chancenlos - Sertdemir in der Sackgasse
Wie sich die Zeiten ändern! Als Zidan Sertdemir (21) im Vorsommer vom FC Nordsjaelland an die Hammer Straße wechselte, eilten ihm lobende Worte voraus. Etwa von Münsters Sport-Geschäftsführer Ole Kittner (38): „Er ist ein sehr spannender Spieler, der in der ersten dänischen Liga gezeigt hat, dass er trotz seines jungen Alters schon das Tempo und die Physis mitgehen kann. Sein Talent steht außer Frage. Wir sind davon überzeugt, Zidan ein Umfeld und ein Spielsystem bieten zu können, in dem er sein Potenzial entfalten wird.“ Doch nur ein Jahr später ergibt sich für ihn eine völlig neue – und weitaus weniger erfreuliche – Situation...
Fakt ist: Der gebürtige Däne (aus Ishøj) mit türkischen Wurzeln hat zwar von seinem Können nichts eingebüßt. Das aber deckt sich nicht mit der Spielweise vom neuen Cheftrainer Thomas Wörle (44), der – anders als Vorgänger Alexander Ende (46/jetzt Fortuna Düsseldorf) – mehr Wert auf Dynamik, Explosivität und Antrittsschnelligkeit legt. Im Kurzpass-Tiki-Taka von Ende war Sertdemir definitiv besser aufgehoben.
Was zur Folge hat: Für den eher introvertierten Mittelfeld-Profi, der mit einer Million Euro nach wie vor den höchsten Marktwert aller Preußen-Profis besitzt, scheint's bei den „Schwarz-Weiß-Grünen“ keine echte Zukunft mehr zu geben. Obwohl sein Vertrag noch bis 2028 läuft. Schon in der Vorbereitung blieben für ihn überwiegend Einsätze im B-Team. Beim Drittliga-Start in Wehen Wiesbaden (3:1) sowie am vergangenen Samstag daheim gegen Ingolstadt (1:1) schaffte er es erst gar nicht in den Spieltagskader. Klar, dass Sertdemir unglücklich und unzufrieden zugleich ist.
BILD weiß: Hinter den Kulissen wird bei den Preußen deshalb nach einer Lösung gesucht, die für beide Seiten passen soll. Allerdings drängt die Zeit, endet doch bereits in zwei Wochen die Transferphase (1.9.). Angedacht ist offenbar – wie bei Keeper Johannes „Jojo“ Schenk (23/zum belgischen Erstligisten SK Beveren) – eine Ausleihe. Dazu passt, dass aus seiner dänischen Heimat Gerüchte rüberschwappen, wonach Sönderjyske Fodbold (12. der Superleague) großes Interesse an Sertdemir zeigen soll.
Münsters Sportdirektor Jan Uphues (38): „Zidans Qualität und Potenzial sind unbestritten. Die aktuelle Ausgangslage ist natürlich weder einfach noch zufriedenstellend für ihn. Gleichzeitig verhält er sich absolut vorbildlich und professionell, arbeitet fleißig und bringt sich weiterhin voll in die Mannschaft ein.“
Uphues fährt fort: „Zidan ist Spieler unseres Teams und ein geschätzter Teil unserer Gruppe. Selbstverständlich wissen wir aber auch, dass seine aktuelle Rolle nicht dem entspricht, was wir uns gemeinsam für ihn vorgestellt haben. Wir sind dazu mit Zidan im Austausch und besprechen offen und ehrlich, wie wir damit umgehen.“
Interessant: Bereits mit 13 Jahren hatte ihn Bayer Leverkusen auf dem Schirm. Drei Jahre später holte der Werksclub Sertdemir sogar in die Bundesliga, wo er mit nur 16 (!) Jahren – am 7. November 2021 – gegen Hertha (1:1) sein Vier-Minuten-Debüt feierte. Es folgten noch zwei weitere Kurz-Einsätze, ehe Zidan (von seinem Papa nach Weltstar Zinédine Zidane benannt) im Sommer 2023 zu seinem Heimatverein Nordsjaelland zurückkehrte.
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