Wird es jetzt richtig schmutzig bei den Löwen? - Investor Ismaik kündigt Mega-Klage gegen 1860 an
Die Schlacht um den TSV 1860 München geht in die nächste Runde. Dem ehemaligen Drittligaverein droht ein Rechtsstreit mit Investor Hasan Ismaik (49). Der Jordanier erhebt schwere Vorwürfe gegen Präsidium, Aufsichtsratsvorsitzenden und Geschäftsführer.
Am 1. September wurde offiziell das Insolvenzverfahren der Lizenzfußball-Abteilung (KGaA) eröffnet, nachdem Ende Mai der Traditionsverein in die Regionalliga zwangsabsteigen musste. 2,3 Millionen Euro fehlten für die Drittligalizenz. Der Kooperationsvertrag mit Investor Hasan Ismaik wurde gekündigt, eine neue Fußball-Betriebsgesellschaft gegründet. Seither spielen die neuen Löwen in der Regionalliga (aktuell Platz 7).
BILD hakte bei Ismaik nach, fragte: Planen Sie eine Schadensersatzklage?
Darauf meldet sich der Jordanier und verkündet: „Natürlich. Meiner Ansicht nach wurde die Insolvenz von den Verantwortlichen von 1860 pflichtwidrig herbeigeführt. Auch die Gründung des zweiten Unternehmens und die damit verbundenen Handlungen betrachte ich als Teil dieses sittenwidrigen Vorhabens, und jeder, der diese Handlungen genehmigt oder dazu beigetragen hat, sollte zur Rechenschaft gezogen werden.“
Seit 2011 ist Ismaik Mehrheitsgesellschafter bei 1860 München, hat in dieser Zeit mehr als 80 Millionen investiert. Der Aufstieg in die zweite Liga wurde in 15 Jahren nicht geschafft, egal wer bei den Löwen in der Verantwortung stand, ein Miteinander mit Ismaik gab es nie. Seit dem ersten Zwangsabstieg (2016) galt das Verhältnis als zerrüttet, seit Jahren versuchte der Geschäftsmann, der in Abu Dhabi lebt, seine Anteile zu verkaufen – erfolglos.
Ismaik: „Aus meiner Sicht ist das, was der e. V. heute tut, nichts, was erst kürzlich entstanden ist. Es ist die Fortsetzung einer langjährigen und sorgfältig geplanten Strategie, die meinen Interessen geschadet hat und die meiner Ansicht nach Verstöße gegen das Gesellschaftsrecht beinhaltet. Ich bin der Ansicht, dass das, was geschehen ist und weiterhin geschieht, schwerwiegende strafrechtliche Fragen aufwirft. Die Verantwortung liegt bei allen neun Vorstandsmitgliedern des e. V., die an diesen Maßnahmen beteiligt waren, sowie bei Gernot Mang, seinen drei Vizepräsidenten, Herbert Bergmaier (Aufsichtsratboss, d. Red.) und Manfred Paula (Geschäftsführer, d. Red.). Meiner Ansicht nach sind dies die Personen, die das Geschehene geplant haben und hinter deren Umsetzung standen. Heute sind die Gerichte der letzte Weg zu Gerechtigkeit und Fairness, und ich werde mein Vertrauen in die Justiz setzen und darauf vertrauen, dass sie meine Rechte wiederherstellt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zieht.“
Für Ismaik steht fest: „Aus meiner Sicht liegt der Insolvenz ein vorsätzlich sittenwidriges Vorgehen zugrunde und eine schwere Verletzung der zwischen uns geschlossenen Verträge und jeder, der daran beteiligt war, wird zivilrechtlich und strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden – sei es in Deutschland oder anderswo, wo immer dies rechtlich möglich ist.“
Klage hat Ismaik aber (noch) nicht erhoben: „Derzeit beobachte ich die Geschehnisse und möchte keine voreiligen Maßnahmen ergreifen, aber alles, was geschieht, wird dokumentiert und genau verfolgt.
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