Katholische Kirche: Paderborner Missbrauchsstudie: Mehr mutmaßliche Betroffene
Nach der ersten Missbrauchsstudie im Erzbistum Paderborn melden sich 20 neue mutmaßliche Betroffene.
Das Team um den Interventionsbeauftragten spricht von insgesamt 113 Meldungen.
In den ersten drei Monaten nach Vorstellung der ersten Missbrauchsstudie für das Erzbistum Paderborn haben sich 20 neue mutmaßliche Opfer gemeldet.
Das teilte der Interventionsbeauftragte des Erzbistums, Thomas Wendland, mit.
Insgesamt habe sein Team 113 Meldungen erreicht.
Darunter waren Angehörige von möglichen Tätern oder Betroffene, die Grenzüberschritte von Priestern beobachtet hatten und jetzt im Rückblick Rat brauchen, wie sie als Zeugen damit umgehen sollen.
Im März 2026 hatte die Uni Paderborn die erste unabhängige Studie zu sexuellem Missbrauch im Erzbistum vorgestellt.
Dabei untersuchten die Wissenschaftler die Jahre von 1941 bis 2002.
Das betrifft die Amtszeiten der Kardinäle Lorenz Jaeger (1941-1973 im Amt) und Johannes Joachim Degenhardt (1974 bis 2002).
Das Ergebnis: Deutlich mehr Priester haben in der Zeit Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht als bis zu diesem Zeitpunkt bekannt war.
Unter Jaeger wurden 144 Priester beschuldigt, 316 Kinder missbraucht zu haben.
Bei Degenhardt waren es 98 Beschuldigte und 195 Betroffene.
Das sind 4,35 Prozent der über die Jahre beschäftigten Kleriker.
Millionen Euro an Schmerzgeld gezahlt Im Herbst 2027 plant die Uni, eine zweite Studie vorzustellen.
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