Daten-Tricks und XXL-Theke - Was den HSV bei Pokal-Gegner Verl erwartet
Die erste Prüfung der HSV-Saison lautet Sportclub Verl. Der Drittligist aus der 25.000-Einwohner-Stadt in Ostwestfalen bittet am Montagabend (18 Uhr, Sky) zur Erstrunden-Partie im DFB-Pokal. „Wir freuen uns riesig, das Stadion wird ausverkauft sein“, sagt Sportvorstand und Ex-Profi Zlatko Janjic (40/u.a. Duisburg).
Und weiter: „Wir brauchen einen perfekten Tag und das richtige Spielglück. Aber mit unseren Fähigkeiten und der Spielstärke können die Jungs jeden Gegner vor Herausforderungen stellen.“ Im Frühjahr schnupperte der Verein am Aufstieg, wurde am Ende Sechster. Weil zahlreiche Leistungsträger und Erfolgscoach Tobias Strobl (38/VfL Wolfsburg) gingen, steht wieder ein Umbruch an.
Zum Start gab es ein 1:4 in Aachen und ein 2:4 gegen Duisburg. „Wir sind trotz der Niederlagen auf einem guten Weg und wir haben schon viele gute Dinge gesehen. Aber der Prozess dauert noch länger“, erklärt Janjic. „Das HSV-Spiel kommt da gelegen. Wir sind gedanklich etwas weg von der Liga, haben nichts zu verlieren und können uns voll auf das Event konzentrieren. Viele Jungs haben den Traum von der 2. oder 1. Liga, jetzt können sie sich gegen einen Gegner auf dem Niveau beweisen.“
Die Sportclub Arena ist mit 5207 Plätzen das zweikleinste Stadion der ersten drei Ligen. Trotzdem gibt es einen Rekord. Über die Osttribüne zieht sich über 65,20 Meter eine Theke mit Barhockern. Laut Klub „die längste Theke im deutschen Profifußball“. Die Entfernung zum Feld: Gerade einmal 10,50 Meter.
Auch bei der Kaderplanung setzt der Verein Maßstäbe. Die ist nämlich im Ligavergleich extrem datengetrieben. In den vergangenen Jahren baute und programmierte das Team um Janjic und Manager-Vorgänger Sebastian Ende (38/jetzt Paderborn) ein sogenanntes „Dashboard“. Mit diesem Werkzeug werden Spieler und Positionsprofile durch Daten-Auswertungen gecheckt.
Potenzielle Zugänge – wie Ex-HSV-Talent Bilal Yalcinkaya (20) oder auch Neu-Trainer Orest Shala (34) – werden auf verl-typische Fähigkeiten geprüft. Durchstarter wie Fabio Gruber (23/jetzt bei Mainz 05) oder Joshua Eze (23) sahen die Klub-Bosse nicht einmal live und vertrauten mit Erfolg dem Daten-Scouting.
So landen immer wieder Profis in Verl, die zur attraktiven Spielweise des Klubs passen. Janjic: „Der Standort hilft dabei, dass wir so konsequent unsere Spielweise durchziehen. Anderswo wäre es nach einem 1:4 und 2:4 zum Start vielleicht nicht so ruhig. Aber wir haben die Überzeugung, dass sich die Dominanz im Ballbesitz über 38 Spiele auszahlen wird.“
So wurde der Verein auch für die höherklassigen Gegner Leipzig (0:4) und Wolfsburg (0:3) zum gefragten Testspielgegner. Mit dem HSV kommt jetzt die nächste große Prüfung.
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