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Neue Vorwürfe gegen Jacques Moretti - Chef von Todesbar wegen häuslicher Gewalt in U-Haft

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Neue Vorwürfe gegen Jacques Moretti - Chef von Todesbar wegen häuslicher Gewalt in U-Haft

Crans-Montana (Schweiz) – Neue Vorwürfe gegen den Be­treiber der Schweizer Inferno-Bar „Le Constellation“, Jacques Moretti (50): Nach häuslicher Gewalt gegen seine Ehefrau Jessica (40) sitzt der Korse seit elf Tagen erneut in Untersuchungshaft. Das be­richten die Schweizer Medien „Lémans Bleu“ und „RTS“. Ge­genüber BILD bestätigten die Verteidiger Morettis am Sonn­tagabend „Vorfälle im Privat­haus der Familie Moretti“.

In der Silvesternacht waren in der Bar des Paares in Crans-Montana 41 Personen ums Le­ben gekommen, 115 weite­re wurden schwer verletzt. Eine Cham­pagner-Parade mit Wunderker­zen-Fontänen hatte die Schaumstoff-Decke entzündet. Moretti war daraufhin kurzzeitig in Un­tersuchungshaft genommen worden. Er befand sich aber ebenso wie seine Frau, die als Ge­schäftsführerin des „Le Con­stellation“ eingesetzt war, zu­letzt gegen Kaution und Mel­deauflagen auf freiem Fuß.

Sie gehören zu den mittlerweile 16 Personen des Strafverfahrens, gegen die wegen Fahrlässig­keiten und Versäumnissen beim Brandschutz ermittelt wird . Nach wüsten Beschimpfungen durch Angehörige der Opfer bei einer Befragung im März in Sion standen die Morettis stark unter Druck. Dennoch betreffe der Vorfall im Haus der Familie in Lens in der Nacht vom 11. auf den 12. August „aus­schließlich das Privatleben“ seiner Mandanten, sagte Verteidi­ger Nicola Meier.

BILD schrieb er zu den jetzt bekannt gewor­denen Vorfällen: „Sie dürfen nicht mit der ‚Constellation‘-Tragödie verwechselt werden, stehen jedoch in einem Kon­text, der nicht außer Acht ge­lassen werden darf.“ Gemein­sam stelle sich die Familie Mo­retti seit dem 1. Januar einer „besonders schweren Belas­tungsprobe“. Nach unbestätig­ten Medienberichten musste Jessica Moretti sogar ins Kran­kenhaus eingeliefert werden.

Neben diesem zweiten Ermitt­lungsverfahren belastet Jacques Moretti auch seine zwielichtige Vergangenheit: 2008 wurde er wegen schwe­rer Zuhälterei zu zwölf Mona­ten Haft verurteilt. Fragen stell­ten sich auch zur Herkunft des Geldes, mit dem die Morettis 2015 die Bar „Le Constellation“ erwarben, die sie für 342.000 Euro sanierten. Hinzu kamen der Kauf des Burger-Lokals „Senso“ 2020 und schließlich 2023 die Eröff­nung des korsischen Speziali­täten-Restaurants „Vieux Cha­let“ in ihrem Heimatort Lens.

2020 musste sich das Paar ge­genüber den Behörden recht­fertigen, weil es kurz nach Er­halt eines Covid-19-Kredits in Höhe von 75.500 Franken (ca. 78.520 Euro) ei­nen Maserati für 33.000 Fran­ken (ca. 34.320 Euro) angeschafft hatte. Laut „Tages-Anzeiger“ konnten sie aber belegen, dass das Fahr­zeug geschäftlich genutzt wur­de.

Dennoch appellierten die drei Verteidiger Yaël Hayat, Nicola Meier und Patrick Michod jetzt an die Medien: „Die Privat­sphäre muss nun wieder ge­wahrt bleiben.“ Ein Abschluss der Ermittlungen zur Brandkatastrophe ist derzeit nicht ab­sehbar.

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