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Deutschland

Zuckersteuer - Zucker in Getränken ist schlimmer als in Essen

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Zuckersteuer - Zucker in Getränken ist schlimmer als in Essen

Wer regelmäßig Limo, Eistee oder Cola trinkt, nimmt Zucker anders auf als jemand, der ein Stück Kuchen isst. Genau deshalb zielt die geplante Zuckersteuer vor allem auf Getränke ab.

Der entscheidende Unterschied: Getränke machen nicht satt. Die Kalorien werden zwar aufgenommen, lösen im Gegensatz zu fester Nahrung jedoch keine Sättigung aus. Dadurch steigt die tägliche Kalorienzufuhr oft unbemerkt über den Bedarf hinaus.

Flüssigkeit verlässt den Magen schnell und gelangt über den Darm ins Blut. Die Folge sind hohe Blutzuckerspitzen , die ebenso schnell wieder abfallen können. Das kann Müdigkeit und Heißhunger begünstigen.

Wer regelmäßig zuckergesüßte Getränke konsumiert, erhöht dadurch sein Risiko für Übergewicht. Und das gilt wiederum als wichtiger Risikofaktor für Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten.

Hinzu kommt: Viele Softdrinks enthalten Fruktose. Diese wird in der Leber verarbeitet und kann dort als Fett gespeichert werden. Bei langfristig hohem Konsum kann das die Entstehung einer nichtalkoholischen Fettleber begünstigen.

Aus diesem Grund konzentrieren sich Zuckersteuern in vielen Ländern auf Getränke. Großbritannien führte bereits 2018 die „Soft Drinks Industry Levy“ ein. Die Abgabe richtet sich nach dem Zuckergehalt. Seitdem ist der Zuckergehalt in Getränken laut Foodwatch um 35 Prozent gesunken. Eine Fanta enthält dort heute 4,5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter, in Deutschland aktuell 7,6 Gramm.

Auch die Bundesregierung plant eine gestaffelte Steuer auf stark gezuckerte Getränke. Diskutiert werden Abgaben zwischen 26 und 38 Cent pro Liter, abhängig vom Zuckergehalt:

Anders als kürzlich diskutiert, soll die Steuer nicht für Light-Getränke mit Süßstoff gelten.

Die Erfahrungen aus Großbritannien zeigen allerdings auch die Grenzen des Modells. Trotz sinkender Zuckermengen in Getränken ist die erhoffte Trendwende bei Adipositas bislang ausgeblieben. Langfristige Modellrechnungen fallen dennoch leicht positiv aus: Demnach könnte die britische Zuckersteuer innerhalb von zehn Jahren rund 12.000 Fälle von Typ-2-Diabetes sowie etwa 3800 Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern.

Auch in Deutschland sollte die Zuckersteuer nur als ein Baustein im Kampf gegen Übergewicht gesehen werden. Denn laut einer Studie des Robert Koch-Instituts weisen rund 80 Prozent der Erwachsenen eine geringe Gesundheitskompetenz auf. Es braucht also auch mehr Aufklärung.

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