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Warum ambulante OPs oft besser sind - Aus dem Krankenhaus muss man erst mal lebendig raus

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Warum ambulante OPs oft besser sind - Aus dem Krankenhaus muss man erst mal lebendig raus

Schnell rein, schnell raus und ab nach Haus – schön wär’s. Denn nicht immer gelingt in Krankenhäusern alles nach Plan. Diese Woche wurden die Zahlen des Medizinischen Dienstes vorgestellt: Danach wurden 2025 in 3098 Fällen Behandlungsfehler in Kliniken bestätigt und 97 mit Todesfolge festgestellt. Ein Grund spielt dabei auch überlastetes Klinikpersonal. Fragt sich, warum wir dann nicht mehr auf ambulante OPs setzen, statt uns in übermüdete Hände zu begeben.

Doch: „Deutschland gehört bei ambulanten OPs zu den Schlusslichtern in Westeuropa“, sagt Dr. Michael Stolpe, Leiter des Projektbereichs Globale Gesundheitsökonomie am Kiel Institut für Weltwirtschaft. Ambulante Operationen seien bei einer ganzen Reihe von Diagnosen in vielen Ländern längst Standard – im Gegensatz zu uns.

„Laut OECD-Vergleichen liegt der Anteil ambulanter Durchführung in Deutschland bei einzelnen Eingriffen weit unter dem Durchschnitt aller OECD-Länder “, sagt Stolpe. Andere westeuropäische Länder dagegen kämen bei einzelnen Eingriffen bereits auf eine Quote von 95 oder sogar 100 Prozent .

Nur einige osteuropäische Staaten schneiden noch schlechter ab als Deutschland. Gleichzeitig leisten wir uns besonders viele Krankenhausbetten. Was teuer ist und Personal bindet.

Warum heute vieles auch ohne Übernachtung geht und die Sicherheit dabei sogar steigen kann? Stolpe nennt drei entscheidende Punkte.

Stolpe betont: „Durch diese Entwicklung kann man viel mehr ambulante Operationen durchführen – und das muss nicht unsicherer sein als ein längerer Aufenthalt im Krankenhaus, bei dem die Nachtschwester nur alle paar Stunden ins Zimmer schaut.“ Ein Smartphone samt App und Zubehör könne eine solche Überwachung permanent leisten.

Für Patienten ist aber nicht nur die Frage ambulant oder stationär entscheidend – sondern auch wo. Stolpe sagt offen: „Wichtig ist, dass man aus einem Krankenhaus auch lebendig wieder herauskommt .“ Große, moderne Kliniken mit spezialisierten Ärzten schneiden bei vielen schweren Diagnosen besser ab als kleine Häuser auf dem Land, in denen manche OPs nur selten durchgeführt werden.

In Dänemark habe man Krankenhäuser gebündelt und modernisiert – mit Erfolg. Dort werden seit Jahren kleine Häuser geschlossen und durch wenige große Zentren ersetzt. Das Land gibt rund 9,5 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Gesundheit aus. Deutschland liegt bei etwa 12 Prozent. In Dänemark helfen moderne Technik, zentrale Strukturen – und sogar eine Rettungshubschrauber-Flotte, die Patienten aus entlegenen Gebieten wie den Inseln einfliegt.

Ambulante OPs sparen also nicht nur Geld. Sie entlasten auch Pflegekräfte, die ohnehin knapp sind. Patienten erholen sich oft schneller in den eigenen vier Wänden. Apps geben Hinweise zu Verhalten, Ernährung oder Physiotherapie. Für Stolpe ist klar: Ein kurzer Aufenthalt im Krankenhaus und eine gute Nachsorge zu Hause können den Genesungsprozess oft deutlich beschleunigen und nebenbei das Risiko verringern, sich mit gefährlichen Krankenhauskeimen zu infizieren.

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