Energiewende: Strom aus Gülle und Mais – Wie viel Bioenergie braucht NRW?
Bioenergie soll die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in NRW ergänzen – wie das Land ihre Nutzung weiterhin fördern will, steht beim ersten Bioenergiegipfel NRW im Mittelpunkt.
Wie kann Strom möglichst klimafreundlich erzeugt werden, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht? Einen Beitrag dazu soll Bioenergie leisten, bei der etwa Holzabfälle, Mais oder Gülle als Rohstoffe dienen.
Der erzeugte Strom gilt als erneuerbar.
Im vergangenen Jahr erzeugten Biogas-Kraftwerke gut sechs Prozent des im Deutschland eingespeisten Stroms.
Viele Anlagen produzierten dabei auch Wärme, die in Wärmenetze abgegeben wurde.
Auf dem Weg zu einer weitgehend klimaneutralen Stromerzeugung im Jahr 2035 will die schwarz-grüne Landesregierung Nordrhein-Westfalens die Nutzung von Bioenergie fördern.
Im Januar legte sie dazu ein Impulsprogramm mit Maßnahmen zur Förderung des Ausbaus vor.
Am heutigen Freitagnachmittag veranstaltet das Wirtschaftsministerium jetzt zum ersten Mal einen „Bioenergiegipfel“ in Düsseldorf.
Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Branche werden erwartet.
Ministerin: Bioenergie hält „Wertschöpfung auf dem Land“ „Bioenergie liefert Strom und Wärme dann, wenn wir sie brauchen – auch nachts und bei Flaute“, betont Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) in einer Mitteilung zu der Veranstaltung.
Bioenergie ergänze Windkraft und Photovoltaik und stabilisiere die Netze. „Sie hält die Wertschöpfung auf dem Land: auf den Höfen und in den Dörfern, die mit Wärme aus Biogas heizen.“ Auch brauche die Industrie erneuerbare Gase wie Biomethan als Energieträger.
Wie groß das Potenzial für Bioenergie in NRW ist, wird gerade vom Landesumweltamt ermittelt.
Entscheidend sei dabei nicht, wie viel Bioenergie man erzeugen könne, „sondern wie wir sie möglichst intelligent einsetzen“, sagte der Geschäftsführer der Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz „Energy4Climate“, Christian Mildenberger, Anfang Oktober in einem Interview dem Agrar-Fachmagazin „top agrar“.
Experte: Bioenergie soll Wind und Solar nicht ersetzen „Die Zukunft liegt dabei nicht in einer beliebigen Ausweitung des Energiepflanzenanbaus, sondern in der besseren Nutzung von Wirtschaftsdüngern, Reststoffen, Bioabfällen und der vorhandenen Infrastruktur.“ Bioenergie werde Wind und Photovoltaik im Land nicht ersetzen. „Aber sie kann genau dann Energie bereitstellen, wenn andere erneuerbare Energien nicht ausreichend verfügbar sind“, so Mildenberger weiter.
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