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Entlastung für Notaufnahmen: Bundestag beschließt Reform der Notfallversorgung

Stern ·
Entlastung für Notaufnahmen: Bundestag beschließt Reform der Notfallversorgung

Notaufnahmen und Rettungsdienste sollen entlastet, Patienten schneller an den richtigen Arzt vermittelt werden: Der Bundestag hat am Donnerstag mit großer Mehrheit die Reform der Notfallversorgung beschlossen.

Die Notaufnahmen könnten sich künftig „auf die Fälle konzentrieren, die wirklich schnelle Hilfe brauchen“, sagte Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU).

Während die Krankenkassen die Reform insgesamt begrüßten, sehen sie Patientenschützer kritisch.

Kernziel der Reform ist, dass nur noch die Menschen in die Notaufnahme kommen, die dort auch wirklich hingehören.

Dazu sollen an Krankenhausstandorten so genannte Integrierte Notfallzentren (INZ) eingerichtet werden.

Sie werden zur zentralen Anlaufstelle für Hilfesuchende in medizinischen Notfällen.

Nach einer medizinischen Ersteinschätzung an den INZ können Patientinnen und Patienten je nach Dringlichkeit an eine ärztliche Kooperationspraxis, eine Notdienstpraxis oder direkt in die Notaufnahme vermittelt werden. „Mit diesem Notfallwegweiser kommen die Patienten so immer an die richtige Stelle“, sagte Linnemann .

98 Prozent der Bevölkerung würden innerhalb von 30 Autominuten einen Standort mit Integriertem Notfallzentrum erreichen können, erläuterte der CSU-Gesundheitspolitiker Hans Theiss in der Debatte.

Patientinnen und Patienten sollen schon beim telefonischen Erstkontakt an die jeweils passende medizinische Einrichtung vermittelt werden.

Dazu soll die Rufnummer 116117 der Kassenärztlichen Vereinigungen ausgebaut und mit der Notrufnummer 112 der Rettungsleitstellen vernetzt werden.

Je nachdem, ob jemand mit Akutbeschwerden den Notruf 112 oder die 116117 wählt, am Ende könne „jeder Patient die Behandlung bekommen, die er braucht“, sagte dazu der CSU-Gesundheitspolitischer Theiss.

Bei der Ersteinschätzung soll sich das medizinische Personal auch auf die elektronische Patientenakte und den Einsatz von künstlicher Intelligenz stützen können.

Mit der Reform wird zudem die Finanzierung der Rettungsdienste erstmals gesetzlich abgesichert.

Die Luftrettung soll gestärkt werden, was bei einer geplanten Reduzierung der Krankenhausstandorte die Rettung garantieren soll.

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