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Flottenemissionen: Volkswagen drohen Milliardenstrafen der EU

Frankfurter Allgemeine Zeitung ·
Flottenemissionen: Volkswagen drohen Milliardenstrafen der EU

Die EU-Flottenregulierung für die CO₂-Emissionen wird für den Volkswagen-Konzern langsam zum Problem: Im Durchschnitt der Jahre 2025 bis 2027 sollten die CO₂-Emissionen der jährlich verkauften Neuwagen gegenüber den Jahren 2020 bis 2024 um etwa 15 Prozent sinken. Verglichen mit den anderen europäischen Anbietern liegt der Volkswagen-Konzern noch weitab von den EU-Vorgaben und riskiert damit eine Milliardenstrafe. Das ist das Ergebnis einer Auswertung von ICCT, dem International Council on Clean Transportation, zu deren Partnern in Deutschland die Umweltinitiative Agora Verkehrswende gehört.

Nach den Daten von ICCT haben die im ersten Halbjahr in der EU und verbundenen Ländern verkauften Personenwagen des Volkswagen-Konzerns im Durchschnitt einen CO₂-Ausstoß von 100 Gramm je Kilometer. Das in den Vorgaben der EU-Kommission errechnete Ziel betrage aber 93 Gramm je Kilometer. Bleibt es bei einer derartigen Abweichung, können die EU-Regeln für den Volkswagen-Konzern teuer werden. Denn für jedes Auto und jedes Gramm Abweichung würden dann 95 Euro Strafe berechnet.

Eine grobe Überschlagsrechnung für 2026 kann von einem Volkswagen-Absatz in der EU und Nachbarländern wie Norwegen in der Größenordnung von drei Millionen Fahrzeugen ausgehen. Eine Strafe von 95 Euro für jedes der sieben Gramm Abweichung, also 665 Euro pro Neuwagen ergibt dann eine Strafe von 1,995 Milliarden Euro. Von Volkswagen heißt es dazu, man werde alles dafür tun, um die Grenzwerte insgesamt einzuhalten.

Etwaige Strafen werden erst nach 2027 festgesetzt, wenn der Durchschnitt der Flottenemissionen über die Jahre 2025 bis 2027 festgesetzt wird. In den Jahren 2028 und 2029 müssen die Ziele dann eingehalten werden. 2030 werden die Auflagen noch einmal drastisch verschärft: Gegenüber 2020 bis 2024 sollen die durchschnittlichen Flottenemissionen dann 55 Prozent niedriger liegen.

Um die verfehlten Ziele von 2025 – mit einer Zielverfehlung von sechs Gramm – und des ersten Halbjahres wettzumachen, könnte Volkswagen versuchen, den Verkaufsanteil an Elektroautos zu erhöhen. Die Aussichten dafür haben sich verbessert, denn der Konzern hat gerade vier relativ preisgünstige Elektrokleinwagen vorgestellt, die nun auf den Markt kommen. Dazu heißt es, die Bestellungen für diese Modelle mit Preisen ab etwa 26.000 Euro seien vielversprechend. Ein billigeres VW-Einstiegsmodell soll folgen, allerdings erst zum zweiten Halbjahr 2027.

Keine Überraschung ist auch die Nachricht, dass es beim Sportwagenhersteller Porsche Interesse daran gibt, aus dem Volkswagen-Pool der gemeinsamen Flottenemissionsberechnung auszusteigen und sich mit dem chinesischen Elektroanbieter Xpeng zusammenzutun. Gegen Bezahlung würden dann die Emissionen von Porsche mit den Nullemissionen des chinesischen Anbieters verrechnet. Der Durchschnitt für den Rest des Volkswagen-Konzerns würde damit verbessert, allerdings nicht dramatisch.

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