Insekten: Raupeninvasion in der Schweiz: 50 Hektar kahlgefressen
Die Einpunkt-Graseulen sterben zwar bei kühleren Temperaturen ab, doch sorgen sich die Behörden schon um das nächste Jahr - und fürchten eine Ausbreitung nach Norden.
Eine Raupeninvasion hat im Schweizer Kanton St.
Gallen erhebliche Schäden angerichtet.
In der Region Sargans hätten Millionen Einpunkt-Graseulen rund 50 Hektar Wiesen kahlgefressen, zehn Prozent der gesamten Wiesenfläche in der Region, sagt Bruno Inauen, Chef des St.
Galler Amts für Landwirtschaft, der dpa. „Es ist wie in einem Horrorfilm“, sagt Landwirt Thomas Willi dem Sender SRF.
Die Einpunkt-Graseule ist ein Nachtfalter.
Seine Raupen ernähren sich von Gräsern.
Winterfest sind die nachtaktiven Insekten nicht.
Sie sterben bei Kälte ab.
Ausbreitung Richtung Norden befürchtet Eine solche Invasion habe es zum ersten Mal gegeben, wohl begünstigt durch das warme Wetter, sagt Inauen: „Die Eulenfalter sind wärmeliebend und fliegen aus Südeuropa ein.“ Sie kommen auch im südlichen Kanton Tessin vor.
Er warnt: „Eine Ausbreitung weiter Richtung Norden ist nicht auszuschließen.“ Die wenige Zentimeter langen Raupen hätten wohl nicht genügend Fressfeinde in diesen Breitengraden.
Familie Sieber in Sargans hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Wochen Millionen Raupen vor der Eingangstür und von den Wänden ihres Hauses fortgefegt. „Man konnte vor der Haustür nicht mehr barfuß gehen, und bei den Schuhen klebten sie dann überall in den Ritzen“, sagt Nadja Sieber der dpa.
Die Wiese vor dem Haus, auf dem ein Trampolin für die Kinder stehe, sehe wie ein Acker aus. „Dort war jeder Quadratzentimeter voller Raupen.“ Die Familie habe zeitweise einen Hintereingang benutzt, um ins Haus zu gelangen.
Inzwischen gehe die Zahl der Raupen langsam zurück.
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