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Minimalziel schon greifbar - Johansson sorgt für Preußen-Glanz

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Minimalziel schon greifbar - Johansson sorgt für Preußen-Glanz

Beim Heimdebüt von Drittligist Münster gegen den FC Ingolstadt (1:1) blieb zwar noch vieles Stückwerk. Doch zumindest eine Szene im ersten Durchgang machte großen Bock auf mehr...

Ihre Führung in der 23. Minute – sicherlich der spektakulärste Moment für die „Adlerträger“ in dieser Partie. Ryan Johansson (25) erkämpft sich den Ball Mitte der gegnerischen Hälfte, treibt ihn mit zwei, drei schnellen Schritten Richtung Gäste-Kasten. Tanzt mit flinker Körpertäuschung seinen Gegenspieler an der Strafraumgrenze aus und schlenzt danach die Kugel fein und flach aus 16 Metern ins rechte Eck. Perfekter Abschluss einer tollen Einzel-Kür vor rund 13000 Fans.

Der erste Treffer des Neuzugangs im schwarz-weiß-grünen Trikot! Und genau so gewollt. Johansson nach dem Abpfiff strahlend zu BILD: „Nee, nee – das war wirklich kein Zufall. Bereits im Training habe ich dieses Umschalten immer wieder trainiert. Prima, dass es jetzt auch im Spiel gut geklappt hat. Das war ein unglaubliches Gefühl – gerade vor dieser tollen Kulisse.“

Zumal das Toreschießen in der Vergangenheit nicht zu seinen größten Stärken gehörte. So waren dem gebürtigen Luxemburger mit irischen (Mama) und schwedischen (Papa) Wurzeln in der kompletten Vorsaison für Wehen Wiesbaden in 32 Spielen lediglich zwei Buden gelungen. Eine dürftige Bilanz. Deshalb hatte sich Johansson beim Dienstantritt an der Hammer Straße auch selbst unter Druck gesetzt. Und versprochen: „Ich will mindestens ein Tor mehr erzielen als zuletzt für Wehen Wiesbaden.“ Ein Drittel vom Minimalziel ist also schon geschafft.

Und die Hoffnung durchaus berechtigt, dass weitere Buden folgen werden. So konnte sich der blonde Offensivspieler nach einem persönlich eher durchwachsenem Saisonstart eine Woche zuvor beim 3:1-Sieg in Wiesbaden diesmal besser in Szene setzen. Gegen Ingolstadt gehörte er jedenfalls zu den auffälligsten Preußen. An allen gefährlichen Situationen mehr oder minder beteiligt.

Johansson blieb dennoch realistisch: „Da geht aber weitaus mehr. Bei mir und bei uns allen. Noch sitzen die Abläufe mit und gegen den Ball nicht sicher. Wir hatten zu viele Abspielfehler und verlorene Zweikämpfe. Unter dem Strich steht zwar ein Punkt, aber ich bin trotzdem ein wenig enttäuscht.“

Sah Chefcoach Thomas Wörle (44) genauso. Obwohl er und seine Mannschaft ohne Niederlage durch die erste „Englische Woche“ der neuen Spielzeit, zu der auch der 3:0-Erfolg am Mittwochabend im Westfalenpokal bei Oberligist Vreden gehörte, marschierten. „Wir sind auf einem guten Weg, brauchen aber etwas Zeit. Die Truppe ist frisch zusammengestellt, muss sich noch finden. Positiv war, dass wir uns im zweiten Durchgang erheblich steigern konnten.“

Was auch mit dem Umbau der Defensive zusammenhing. Mit Lucas Zeller (26) und Tim Dietrich (23) – für die Torge Paetow (31) und Antonio Tikvic (22) kamen – wechselte er zur Pause gleich zwei Spieler seiner Dreierkette aus. Ließ nur Abwehrchef Niko Koulis (27) auf dem Feld. Mit der Folge, dass die Ingolstädter nach dem Seitenwechsel kaum noch eine nennenswerte Chance erarbeiten konnten. Fazit Wörle: „Irgendwie ein typisches Drittliga-Spiel, mit viel Kampf und wenig Abschlüssen.“ Aber einer tollen Atmosphäre.

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